Starke Nachfrage wegen Corona »Made in China« erzielt Rekordüberschuss im Außenhandel

Mit ihrer Null-Covid-Strategie hat China die Coronakrise bislang unter Kontrolle. Das verhilft der Außenwirtschaft zu einem Rekord. Omikron könnte die Stimmung aber dämpfen.
Der Containerhafen der chinesischen Provinz Shandong: Chinas Außenhandel wuchs wieder zweistellig

Der Containerhafen der chinesischen Provinz Shandong: Chinas Außenhandel wuchs wieder zweistellig

Foto: Uncredited / dpa

China war das erste Land mit einem Coronafall, aber auch eines der ersten, das die Krise unter Kontrolle brachte. Dementsprechend positiv steht es um die Wirtschaft : Die Exporte der Volksrepublik zogen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent an, wie die Pekinger Zollbehörde mitteilte. Insgesamt führte China demnach Waren im Wert von rund 3,4 Billionen Dollar (2,9 Billionen Euro) in andere Staaten aus. Der Wert aller Importe lag bei rund 2,7 Billionen Dollar, damit erreichte Chinas Außenhandelsdefizit bei 676 Milliarden Dollar einen Rekordwert.

Grund für den wachsenden Außenhandel sind boomende Bestellungen. China deckte zu großen Teilen den weltweiten Bedarf für die Ausstattung von Homeoffices mit Möbeln oder elektronischen Geräten. Dabei profitierte die Volksrepublik von pandemiebedingten Unterbrechungen der Lieferketten in westlichen Ländern.

Auch im Dezember wuchs der chinesische Außenhandel wieder zweistellig – jedoch insgesamt langsamer als im Vormonat. Die Ausfuhren stiegen um 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem der Zuwachs im November noch bei 22 Prozent gelegen hatte.

Die Exporte lagen dennoch leicht über den Erwartungen von Analysten. Schlechter als vorhergesagt fielen dagegen die Zahlen für den Import aus. Chinas Einfuhren legten im Dezember um 19,5 Prozent zu. Im Vormonat hatte der Anstieg noch bei 31,7 Prozent gelegen.

Chinas stellvertretender Handelsminister warnte zuletzt jedoch vor Schwierigkeiten im neuen Jahr. Er verwies darauf, dass andere Exportnationen ihre Produktion nun wieder kräftig hochfahren dürften.

Omikron bereitet Probleme

Zudem bedroht Omikron die chinesische Wirtschaft. Die Volksrepublik verfolgt eine Null-Covid-Strategie mit Massentests, Kontaktverfolgung und Zwangsquarantänen. Beobachter fürchten jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten mit der Verbreitung von Omikron verschlechtern könnten. Denn die Eindämmungsstrategie könnte durch die leichter übertragbare Variante des Coronavirus an ihre Grenzen stoßen. Vergangenen Sonntag waren Chinas erste lokale Omikron-Fälle in der Hafenmetropole Tianjin nachgewiesen worden, kurz darauf folgten weitere Fälle in der Hafenstadt Dalian sowie im ostchinesischen Anyang.

Bereits zuvor hatten sich lokale Ausbrüche der Delta-Variante gehäuft, die zum Teil die Wirtschaftstätigkeit in betroffenen Städten und Regionen schwer beeinflusste. Fabriken mussten vorübergehend den Betrieb einstellen, Lieferketten wurden unterbrochen.

hba/dpa/Reuters
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