Ausblick der Industrieländervereinigung OECD sieht verbesserte Konjunkturlage – wenn Impfkampagnen mitspielen

Dank der sinkenden Infektionszahlen rechnet die OECD weltweit mit einer sich schnell erholenden Konjunktur. Sie knüpft den Ausblick aber an den raschen Fortschritt der weltweiten Impfkampagne – auch in Niedriglohnländern.
Die deutsche Wirtschaftsleistung soll im Jahr 2021 um 3,3 Prozent steigen

Die deutsche Wirtschaftsleistung soll im Jahr 2021 um 3,3 Prozent steigen

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Bernd Wüstneck / dpa

Nach dem coronabedingten Einbruch im vergangenen Jahr sieht die Industrieländervereinigung OECD eine deutlich verbesserte Konjunkturlage. Die Weltwirtschaft dürfte im laufenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen und damit um 0,2 Punkte mehr als im März angenommen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit.

Für das kommende Jahr berechnete die Organisation ein Plus von 4,4 Prozent. Das sind sogar 0,4 Punkte mehr als bisher angenommen.

Für Deutschland sagte die OECD einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent für 2021 voraus – 0,3 Prozentpunkte mehr als zuvor. Für das kommende Jahr werden 4,4 Prozent erwartet, 0,7 Punkte mehr als zunächst prognostiziert. Die Bundesregierung hatte Deutschland für 2021 zuletzt ein Wachstum von 3,5 Prozent prognostiziert.

OECD knüpft Erwartungen an Impffortschritt

Ihren optimistischeren Ausblick für die Weltwirtschaft verknüpft die OECD allerdings an den Erfolg der weltweiten Impfkampagnen. Das Impfangebot müsse so schnell wie möglich auf die ganze Welt ausgeweitet werden, »um Leben zu retten, Einkommen zu sichern und die negativen Auswirkungen der Infektionsschutzmaßnahmen zu begrenzen«.

Stärkere internationale Anstrengungen seien erforderlich, »um die Niedrigeinkommensländer mit den Ressourcen auszustatten, die sie benötigen, um ihre Bevölkerung zu impfen – zu ihrem eigenen Nutzen und zum Nutzen der ganzen Welt«, teilte die OECD mit.

Die OECD begann am Montag ein zweitägiges Ministertreffen, das als Videokonferenz veranstaltet wird. Am Dienstag soll Australiens Ex-Finanzminister Mathias Cormann offiziell das Spitzenamt des OECD-Generalsekretärs übernehmen. Der aus dem deutschsprachigen Osten Belgiens stammende Cormann wird damit dem Mexikaner Angel Gurría nachfolgen, der seit 2006 amtiert.

hba/dpa/AFP