Wirtschaftskrise Bahn muss Milliarden sparen

Der neue Bahnchef greift durch: Rüdiger Grube kündigt ein radikales Sparprogramm für die kommenden Jahre an. Was das für die Beschäftigten bedeutet, ist noch unklar.


Berlin - Die Wirtschaftskrise trifft die Bahn: Weil Aufträge wegbrechen, muss der Konzern umsteuern. Mit Hilfe eines Sparprogramms will die Bahn die Krise nun bewältigen. Das teilte der Konzern am Mittwoch im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit.

Neuer Bahn-Chef Rüdiger Grube: Radikaler Umbau
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Neuer Bahn-Chef Rüdiger Grube: Radikaler Umbau

Das Programm heißt "React 09" und soll aus 13 Einzelprojekten bestehen. Das Hauptziel: zwei Milliarden Euro einsparen. Dies solle zwischen 2010 und 2014 passieren, hieß es aus dem Umfeld der Bahn. Bei den einzelnen Projekten gehe es um mehr Effizienz und bessere Organisation. Teilweise wolle der Konzern aber auch mehr investieren.

Inwiefern die Belegschaft von dem neuen Sparprogramm betroffen sein wird, steht noch nicht fest. Grube kündigte laut "Süddeutscher Zeitung" im Aufsichtsrat Gespräche mit den Gewerkschaften an. "Wir sind zu Gesprächen bereit", sagte Klaus-Dieter Hommel, Chef der Gewerkschaft GDBA, der Zeitung. "Ich sehe aber keinen Spielraum für Einschnitte beim Personal", warnte Hommel.

Ein Sparprogramm scheint einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge auch notwendig zu sein. Umsatz und Gewinn seien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich gesunken, heißt es in dem Bericht. Unter dem Strich blieb dem Konzern demnach von Januar bis einschließlich Mai mit 206 Millionen Euro lediglich ein Viertel des Vorjahreswertes. Die Erlöse sanken dem Bericht zufolge von 13,6 Milliarden auf 11,9 Milliarden Euro. Diese Zahlen habe Grube am Mittwoch dem Aufsichtsrat genannt.

Unterdessen baut der Bahn-Chef den Konzern weiter um. Er kündigte an, bis September ein neues Vorstandsressort für Technik, Systemverbund und Dienstleistungen zu schaffen. Die Bahn sei "derzeit mit vielen technischen Herausforderungen konfrontiert, weil die Industrie ihre Leistungsversprechen vielfach nicht einhält", stellte Grube fest. "Diese Mängel machen es erforderlich, die technischen Kompetenzen des Konzerns in der DB-Spitze zu bündeln."

Der Bereich Technik war bisher bei mehreren Vorstandsmitgliedern angesiedelt, die Dienstleistungen wurden vom Personalvorstand verantwortet. Um den Systemverbund Bahn kümmert sich bislang ein Generalbevollmächtigter.

Die Bahn hatte zuletzt Ärger mit Siemens als Konsortialführer des ICE. An zwei Achsen der Hochgeschwindigkeitszüge wurden Risse entdeckt. Die Bahn verlangte daraufhin eine neue Garantie für die dauerhafte Stabilität der Achsen.

yes/dpa



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