Wirtschaftskrise Finanzministerium rechnet mit anhaltendem Abschwung

Trotz der milliardenschweren Konjunkturprogramme ist keine Besserung in Sicht: Das Finanzministerium rechnet mit einem weiteren Abschwung der deutschen Wirtschaft. Der Rückgang der Exporte und die lahmende Weltkonjunktur werden auch auf dem Arbeitsmarkt Spuren hinterlassen.


Berlin - Die Bundesregierung sieht derzeit kein Ende des drastischen Wirtschaftsabschwungs: Die Konjunkturindikatoren zeigten mehrheitlich eine weitere Verschlechterung gegenüber dem vierten Quartal 2008 an, heißt es in dem am Freitag vorgelegten aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. "Die vorlaufenden Indikatoren signalisieren, dass die Schwächephase vorerst noch anhalten dürfte." Danach gehen die Exporte massiv zurück und auch auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt die Rezession immer deutlichere Spuren. An der Preisfront zeichne sich dagegen eine weitere Beruhigung ab.

Schiffe im Hamburger Hafen: Weltweiter Abschwung drückt Export
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Schiffe im Hamburger Hafen: Weltweiter Abschwung drückt Export

Die rasch voranschreitende Abschwächung der Weltkonjunktur schlägt sich nach Ansicht der Experten zunehmend in einem Rückgang der Exporte nieder. "Die nominalen Warenexporte zeigen eine steil abwärts gerichtete Entwicklungstendenz", heißt es in dem Bericht. "Ein Ende des Abschwungs im Auslandsgeschäft ist bislang nicht in Sicht." Ausgehend von der Prognose der Weltbank, die erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Schrumpfen der globalen Wirtschaft erwartet, sei vorerst keine Belebung der weltwirtschaftlichen Nachfrage zu erkennen. Auch die Aussichten für die Industrieproduktion seien sehr schlecht.

Konjunkturpaket zeigt erste Wirkung

Aber es gibt auch positive Nachrichten: So zeige das Konjunkturpaket bereits erste Wirkung. Die Auftragseingänge aus dem Inland seien im Januar im Fahrzeugbau spürbar gestiegen, was auf eine Produktionsbelebung in den nächsten Monaten hindeute. Die rege Inanspruchnahme der Kurzarbeit dürfte den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar und Februar gedämpft haben, hieß es weiter. Für die meisten Maßnahmen - insbesondere Kredit-, Bürgschafts- und Förderprogramme sowie öffentliche Investitionen - sei es aber noch zu früh, um Effekte ausmachen zu können.

Für die kommenden Monate ist man im Ministerium allerdings wenig optimistisch: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit als auch der Rückgang der Erwerbstätigenzahl werde sich fortsetzen und verstärken, schreiben die Experten des Finanzministeriums. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sei in den vergangenen Monaten steil gestiegen. "Das hohe Niveau der Anzeigen von Kurzarbeit - die ein vorlaufender Indikator für die zukünftige Inanspruchnahme sind - signalisiert, dass es in den nächsten Monaten zu einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit kommen wird." Dadurch dürfte der Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas abgemildert werden.

"Die zunehmende Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt - und die damit einhergehenden Belastungen für die verfügbaren Einkommen - dürften den privaten Konsum in der nahen Zukunft beeinträchtigen." Die zuletzt positiven Signale für etwas mehr Kauflust würden durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise überlagert. Dies belaste das Konsumentenvertrauen weiter.

sam/dpa



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