Wirtschaftskrise Lufthansa meldet Umsatz-Absturz

Die Deutsche Lufthansa muss ein riesiges Erlösminus wegstecken. Die Umsätze der Fluggesellschaft sind in der ersten Jahreshälfte um mehr als fünf Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich machte der Konzern in diesem Zeitraum 216 Millionen Euro Verlust.


Frankfurt am Main - Die Wirtschaftskrise macht auch der Deutschen Lufthansa zu schaffen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sanken die Erlöse um 15,7 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro.

Lufthansa-Flieger in Düsseldorf: Miese Bilanz im ersten Halbjahr
AP

Lufthansa-Flieger in Düsseldorf: Miese Bilanz im ersten Halbjahr

Vor allem die sinkende Nachfrage nach First- und Business-Class-Tickets hätten das Ergebnis spürbar belastet, berichtete das Unternehmen am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung für die Börse. Details und den vollständigen Zwischenbericht zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr will das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichen.

Operativ erwirtschaftete die größte deutsche Fluggesellschaft aber noch einen kleinen Gewinn von acht Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Lufthansa noch 677 Millionen Euro Plus machte, fällt dieser allerdings deutlich niedriger aus. Unter dem Strich stand zudem mit minus 216 Millionen Euro eine tiefrote Zahl. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Überschuss von 381 Millionen Euro gegeben.

Sparprogramm soll jährlich eine Milliarde bringen

"Für das Gesamtjahr richten sich die Bemühungen des Konzerns unverändert auf die Erwirtschaftung eines operativen Gewinns", teilte die Lufthansa in einer Pflichtmitteilung für die Börse mit. Allerdings sei das Erreichen dieses "mit erheblichen Risiken durch die weitere Entwicklung der Nachfrage und des Treibstoffpreises belastet".

Die Fluggesellschaft hatte bereits im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben und vor zwei Wochen ein drastisches Sparprogramm angekündigt. In den nächsten zweieinhalb Jahren sollen die Kosten um insgesamt eine Milliarde Euro jährlich gesenkt werden. Im Passagierbereich soll jede fünfte Verwaltungsstelle gestrichen werden - insgesamt rund 400 Arbeitsplätze. Die Luftfahrt befinde sich "derzeit in der schwersten Krise ihrer Geschichte", begründete der für die Passage zuständige Lufthansa-Vorstand Christoph Franz die Einschnitte.

Von Januar bis März musste das Unternehmen unterm Strich einen Verlust von 256 Millionen Euro ausweisen. Der Umsatz verringerte sich von 5,6 auf 5 Milliarden Euro. Das Angebot im Passagiergeschäft und die Frachtkapazitäten wurden reduziert. Dabei wurden nicht nur weniger Flüge gebucht, aufgrund der Wirtschaftskrise wechselten auch immer mehr Geschäftsreisende von den teuren Plätzen der Business- oder First Class in die preiswertere und für die Lufthansa weniger lukrative Economy Class.

Anfang Juli gab die Kranichlinie dann bekannt, dass die Zahl der Passagiere im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent auf 26,7 Millionen zurückgegangen sei. Noch dramatischer war der Einbruch bei der Fracht: Lufthansa Cargo beförderte insgesamt nur noch 694.000 Tonnen Fracht und Post, ein Minus von 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

ssu/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.