Wirtschaftskrise Metro verabschiedet sich vom Kaufhof-Verkauf

Eigentlich zählt die Metro ihre Warenhaus-Tochter Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft. Doch ein schneller Verkauf der Sparte rückt angesichts der Finanzkrise in weite Ferne.


Düsseldorf - Kurzfristig ist der Verkauf von Kaufhof bei Metro Chart zeigen kein Thema mehr. Dies mache in der derzeitigen wirtschaftlichen Krise "keinen Sinn", sagte Konzernchef Eckhard Cordes am Donnerstag in einer Analystenkonferenz.

Kaufhof-Filiale: Verkauf macht "keinen Sinn"
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Kaufhof-Filiale: Verkauf macht "keinen Sinn"

Dabei zählt Cordes die Tochter eigentlich nicht mehr zum Kerngeschäft. Die Bank JP Morgan ist mit den Vorbereitungen des Verkaufs beauftragt. Dennoch sagt der Manager nun: "Wir stehen nicht unter Druck." Kaufhof entwickle sich gut.

Tatsächlich bleibt Deutschlands größter Handelskonzern trotz Finanzkrise auf Wachstumskurs. Metro steigerte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um 7,1 Prozent auf knapp 48 Milliarden Euro. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um elf Prozent zu auf 855 Millionen Euro.

Damit übertraf Metro die Erwartungen der Analysten. "Die Zahlen zum dritten Quartal bieten Ermutigendes", sagte Analyst John Kershaw von Merrill Lynch. Außerdem seien die Kursverluste der vergangenen Wochen überzogen.

Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von mehr als sechs Prozent. Auch das Ziel einer Steigerung des Ebit vor Sonderfaktoren um sechs bis acht Prozent sei erreichbar, sagte Cordes.

Größter Wachstumsträger war weiter das Auslandsgeschäft mit einem Umsatzplus von 10,6 Prozent in den ersten neun Monaten. Doch auch in Deutschland konnte der Handelsriese seine Umsätze um zwei Prozent steigern.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern allerdings einen Verlust von 205 Millionen Euro nach einem Plus von 91 Millionen Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür waren aber nicht die jüngsten Konjunktureintrübungen, sondern Sonderbelastungen durch die zum Verkauf stehenden Adler-Modemärkte und die Straffung des Filialnetzes der SB-Warenhauskette Real im zweiten Quartal.

suc/AP/Reuters



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