Wirtschaftskrise Nokias Gewinn bricht weiter ein

Die Wirtschaftskrise schlägt bei Nokia durch: Der finnische Handy-Hersteller hat im ersten Quartal erneut einen drastischen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Nettogewinn schrumpfte um über eine Milliarde Euro.


Helsinki - Der Marktführer leidet stärker unter der Wirtschaftsflaute als die Konkurrenz: Der Nettogewinn des finnischen Handy-Herstellers Nokia ist im ersten Quartal auf 122 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum gesunken. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mit. Der Absatz ging um 27 Prozent auf 9,28 Milliarden Euro zurück. Damit büßte Nokia 19 Prozent auf 93 Millionen Geräte ein, während der branchenweite Absatz nur um 14 Prozent auf 255 Millionen Euro fiel. Der Marktanteil ging entsprechend von 39 auf 37 Prozent zurück.

Nokia hatte schon im vierten Quartal 2008 einen Gewinneinbruch um 69 Prozent verzeichnet. Das Nettoergebnis ging auf 576 Millionen Euro zurück. Der Umsatz des Unternehmens sank um 19,5 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Im laufenden zweiten Quartal rechnet Nokia aber mit einer Besserung der Lage. Der eigene Marktanteil soll wieder steigen, wobei Nokia Chart zeigen die Stückzahlen branchenweit auf dem Niveau der ersten drei Monate verharren oder leicht steigen sieht.

Erst vergangenen Monat hatte der weltgrößte Handy-Hersteller angekündigt, wegen der Wirtschaftskrise weltweit weitere 1700 Stellen streichen zu wollen. Das Unternehmen, das wegen der Schließung seines Werkes in Bochum im vergangenen Jahr in Deutschland massiv in die Kritik geraten war, will damit die Kosten deutlich senken. In der Vergangenheit hatte der Konzern bereits ein Abfindungsprogramm zum freiwilligen Ausscheiden von bis zu tausend Mitarbeitern angekündigt.

sam/AP/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.