Wirtschaftskrise Russische Wirtschaft schrumpft dramatisch

Nach Jahren des Wachstums bricht die Wirtschaft in Russland massiv ein: Ein Vizeminister spricht von einem Rückgang um sieben Prozent. Die Regierung hofft nun auf einen Aufschwung im vierten Quartal.


Moskau - Die russische Wirtschaft ist nach Angaben des stellvertretenden Wirtschaftsministers im ersten Quartal um sieben Prozent geschrumpft. "Die Zahlen sind schlechter, als wir erwartet haben", sagte Andrei Klepach auf einer Konferenz in Kiew, berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Für das Gesamtjahr bleibt die Regierung bei ihrer Prognose, nach der die Wirtschaft Russlands 2009 um 2,2 Prozent schrumpfen werde. Sie erwartet einen Aufschwung im letzten Quartal. Die Weltbank rechnet dagegen mit einem Rückgang um 4,5 Prozent, die OECD geht gar von 5,6 Prozent aus.

Russland befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit einem Jahrzehnt. Die Industrieproduktion bricht ein, Firmen entlassen Mitarbeiter. Erschwert wird die Krise durch die Flucht ausländischer Investoren, die in Scharen Geld abziehen. Binnen Monaten hat der Rubel zum Dollar ein Drittel an Wert verloren.

Die Notenbank stützt die Währung, um einen unkontrollierten Absturz wie vor zehn Jahren zu vermeiden, der Russland eine schwere Finanzkrise bescherte. Das lässt aber die Devisenreserven schwinden. Dazu kommen geringere Einkünfte, weil der Ölpreis seit Juli um rund hundert Dollar gesunken ist.

Anfang Februar hatte die Rating-Agentur Fitch die Kreditwürdigkeit Russlands herabgestuft. Mit "BBB" ist die Bewertung seither gerade noch zwei Stufen über dem "Ramsch"-Status. Bereits im Dezember hatte mit Standard & Poor's die erste Agentur seit zehn Jahren die Kreditwürdigkeit herabgesetzt. Die Herabstufungen verteuern die Beschaffung von frischem Kapital.

bim/AP

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