Versorgung Wirtschaftsministerium prüft größere Reserve von Braunkohlekraftwerken

Um die Energieversorgung zu gewährleisten, erwägt das Wirtschaftsministerium, Braunkohlekraftwerke verstärkt als Reserve zu nutzen. Die Technik hat in Krisenzeiten einen besonderen Vorteil.
Energiemix in Sachsen-Anhalt: Das Braunkohlekraftwerk Schkopau hinter einem Windpark (Symbolbild)

Energiemix in Sachsen-Anhalt: Das Braunkohlekraftwerk Schkopau hinter einem Windpark (Symbolbild)

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Jan Woitas / dpa

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erwägt das Bundeswirtschaftsministerium eine verstärkte Nutzung von Braunkohlekraftwerken als Reserve. Das geht aus einem Papier des Ministeriums vom Donnerstag hervor.

Dabei geht es um die sogenannte Sicherungsbereitschaft. Diese Kraftwerke sind abgeschaltet, könnten bei Bedarf aber innerhalb von bis zu elf Tagen aktiviert werden. Es gibt bereits Braunkohlekraftwerke in dieser Reserve. Das Ministerium prüft nun, ob Kraftwerke länger Teil der Reserve bleiben können und auch, ob Kraftwerke, die demnächst stillgelegt werden sollten, ebenfalls Teil der Reserve werden sollen.

Das Papier machte keine Aussagen darüber, um welchen Zeitraum sich in diesem Fall die endgültige Stilllegung verzögern könnte. Betont wurde jedoch, dass die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohlestromproduktion bis 2030 weiterhin vorantreibe. Auf die Dauer will die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien stärker vorantreiben – aus Klimaschutzgründen und um Deutschland weniger abhängig zu machen von russischen Energieimporten.

Auch eine Minderung des Gasverbrauchs sei enorm wichtig, heißt es in dem Papier. Das Ministerium arbeite an einer Strategie, die etwa die optimale Einstellung von Heizungen umfasse sowie Gebäudedämmung, die Umstellung der Wärmeversorgung zum Beispiel über »massive Investitionen in Wärmepumpen, Wärmenetze, Biomasse und Hybridsysteme«. In bestimmten Bereichen wie dem Gebäudeneubau habe fossiles Gas »schon jetzt nichts mehr zu suchen«.

kfr/dpa