Weniger Wachstum als erwartet Bundesregierung will Konjunkturprognose deutlich senken

Hohe Energiepreise, Lieferengpässe und die Coronapandemie haben der deutschen Wirtschaft zugesetzt. Die Bundesregierung korrigiert ihre Prognose jetzt deutlich nach unten.
Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier: Konjunkturprognose deutlich gesenkt

Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier: Konjunkturprognose deutlich gesenkt

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP

Die Wirtschaft wächst weniger stark als erwartet: Die Bundesregierung will die Konjunkturprognose für das Jahr 2021 deshalb deutlich senken. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erwartet die Regierung für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 2,6 Prozent. Im April hatte die Regierung noch mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet.

Im kommenden Jahr soll das verminderte Wachstum aber teilweise aufgeholt werden: Für 2022 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 4,1 Prozent. Zuvor hatte sie mit einem Wachstum von 3,6 Prozent gerechnet. Der scheidende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt die Herbstprojektion der Bundesregierung morgen in Berlin vor.

Die Wirtschaftsinstitute hatten ihre Prognose schon angepasst

Die Senkung der Wachstumserwartungen für dieses Jahr kommt nicht überraschend. Erst Mitte Oktober hatten führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr heruntergeschraubt. Die Institute rechnen nach dem coronabedingten Einbruch der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 mit einem Wachstum um 2,4 Prozent. Die anhaltenden Folgen der Pandemie, die hohen Energiepreise und Lieferengpässe bremsen den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen, hieß es. Laut Prognose der Institute steigt das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 4,8 Prozent.

Für das Jahr 2023 rechnet die Bundesregierung dann mit einem Wachstum von 1,6 Prozent. Für die Ampelkoalition, die nach den Plänen von SPD, Grünen und FDP Anfang Dezember stehen soll, könnten die Prognosen steigende Steuereinnahmen bedeuten. Um die geplanten Milliardeninvestitionen zu finanzieren, sind sie auf Mehreinnahmen des Staates angewiesen.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters lehnte das Wirtschaftsministerium eine Stellungnahme ab und verwies auf die Pressekonferenz am Mittwoch.

jlk/dpa/Reuters
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