Umstrittene Personalie Wirtschaftsweise Buch wird Bundesbank-Vize

Entscheidung in einer umstrittenen Personalfrage: Die Wirtschaftsweise Claudia Buch soll als Vizepräsidentin in den Vorstand der Bundesbank berufen werden. Die Opposition kritisiert das intransparente Besetzungsverfahren für den Posten.

Claudia M. Buch (Archivbild): Erneut eine Frau als Bundesbank-Vize
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Claudia M. Buch (Archivbild): Erneut eine Frau als Bundesbank-Vize


Berlin - Jetzt steht die Nachfolge für Sabine Lautenschläger fest: Wie der SPIEGEL bereits am Wochenende gemeldet hat, wird die Wirtschaftsweise Claudia Buch Vizepräsidentin der Bundesbank. Nun hat das Kabinett die Personalie durchgewunken, wie ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte.

Buchs Vorgängerin Sabine Lautenschläger ist ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) gewechselt, nachdem deren bisheriger Direktor Jörg Asmussen SPD-Staatssekretär im Arbeitsministerium wurde.

Claudia Buchs Aufstieg ist steil: Vor knapp zwei Jahren wurde sie Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die sogenannten Wirtschaftsweisen. Seit Juni 2013 leitet sie zudem das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Für die Forscher in Halle ist der Weggang der Wirtschaftsprofessorin ein Rückschlag. Wer für Buch auf die beiden Posten nachrückt, ist bisher offen.

Ganz offiziell ist die Personalie noch immer nicht. Nach Angaben des Ministeriumssprechers wird als nächstes der Vorstand der Bundesbank angehört. Die formale Berufung Buchs obliege dann Bundespräsident Joachim Gauck. In der großen Koalition war die Personalie lange umstritten. Die SPD hatte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel, 47, für den Top-Posten favorisiert.

Gegenwind kommt auch aus der Opposition. Der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick kritisierte das Verfahren zu Buchs Berufung. Zwar habe die Regierung mit der Wirtschaftsweisen eine gute Wahl getroffen. Die Wissenschaftlerin sei etwa bereit, "gegen die Interessen der Großbanken zu sprechen", teilte Schick mit. "Künftig wäre es jedoch zu begrüßen, wenn die wichtigsten Posten für das deutsche Finanzsystem nicht in Hinterzimmern ausgeklüngelt, sondern in einem transparenten Bewerbungsverfahren bestimmt würden", in das auch der Bundestag eingebunden sein müsse.

bos/AFP/dpa



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