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14. Oktober 2008, 14:56 Uhr

WM-Ticket-Affäre

BGH bestätigt Freispruch gegen Ex-EnBW-Chef Claassen

Jetzt ist es endgültig: Der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen hat nicht versucht, Politiker mit WM-Tickets zu bestechen. Der Bundesgerichtshof hat den Manager damit von dem "Vorwurf der strafbaren Vorteilsgewährung" freigesprochen.

Karlsruhe - Mit dem Freispruch endet die sogenannte WM-Ticket-Affäre: Der Manager habe sich nicht strafbar gemacht, als er sieben Spitzenpolitikern in Berlin und Stuttgart Gutscheine für Eintrittskarten für die Fußballweltmeisterschaft 2006 schicken ließ, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag. Der BGH bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Karlsruhe, das den ehemaligen EnBW-Chef Utz Claassen 2007 vom Vorwurf der strafbaren Vorteilsgewährung entlastet hatte.

Ex-EnBW-Chef Claassen: Wollte Amtsträger nicht beeinflussen
DPA

Ex-EnBW-Chef Claassen: Wollte Amtsträger nicht beeinflussen

Nach Ansicht des Gerichtes konnte Claassen nicht nachgewiesen werden, dass er die Dienstausübung der Amtsträger habe beeinflussen wollen. Vielmehr sprächen gewichtige Umstände dafür, dass er die Eintrittskarten im Bewusstsein eines Sponsoring-Konzeptes der EnBW zu Werbezwecken veranlasst habe. Nach Ansicht der Richter wären die Politiker ohnehin nur ihren Repräsentationspflichten nachgekommen. Mitglieder der Landesregierung hätten zudem sowieso freien Zugang zu den WM-Spielen in Stuttgart gehabt.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hatte gegen den Freispruch des Landgerichtes Revision eingelegt, über die der Erste Strafsenat in Karlsruhe nun verhandelte. Der Energiekonzern war einer der Großsponsoren der Fußballweltmeisterschaft und verfügte neben einem Kartenkontingent auch über Logen in Fußballstadien.

Wegen der Sponsorenstellung verneinte das Landgericht Karlsruhe eine strafbare Vorteilsgewährung. Im Urteil vom 28. November 2007 heißt es, in der von einem Sponsor ausgesprochenen Einladung hochrangiger Amtsträger zu einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung "ist grundsätzlich keine Vorteilsgewährung zu sehen". Claassen schied im September 2007 vor Ablauf seines Vertrages bei EnBW aus. Nach seinen Angaben erfolgte der Abschied auf eigenen Wunsch.

sam/AP/dpa

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