Schlesinger-Skandal des RBB Wolf legt Amt als Aufsichtsratschef der Messe Berlin nieder

Der Skandal um die Ex-RBB-Intendantin Schlesinger zieht weitere Kreise: Auch der Aufsichtsratschef der Messe Berlin, Wolf-Dieter Wolf, der wegen der Vergabe von Berateraufträgen in der Kritik steht, zieht Konsequenzen.
Wolf-Dieter Wolf (Bild von 2013): Sein Amt als Vorsitzender des Verwaltungsrats beim RBB ruht während der Klärung der Vorwürfe

Wolf-Dieter Wolf (Bild von 2013): Sein Amt als Vorsitzender des Verwaltungsrats beim RBB ruht während der Klärung der Vorwürfe

Foto: stock&people / IMAGO

Der in der RBB-Affäre in die Kritik geratene Aufsichtsratschef der Messe Berlin, Wolf-Dieter Wolf, legt sein Amt nieder. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft teilte am Dienstag der dpa mit: »Herr Wolf-Dieter Wolf hat heute dem Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Stephan Schwarz, mitgeteilt, sein Aufsichtsratsmandat bei der Messe Berlin und damit auch den Vorsitz im Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung niederzulegen, um einen möglichen Schaden zulasten der Messe Berlin GmbH zu vermeiden und auch die laufenden Untersuchungen nicht zu belasten.«

Wolf ist neben seiner Position im Messe-Aufsichtsrat auch der Vorsitzende des Verwaltungsrats beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Sein dortiges Amt ruht allerdings während der Klärung der Vorwürfe.

Das Onlinemedium »Business Insider« hatte den Fall angestoßen. Es geht um die Frage, ob Wolf und die inzwischen zurückgetretene ARD-Chefin und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger einen zu laxen Umgang von möglichen Interessenskollisionen etwa bei der Vergabe von Berateraufträgen für ein Senderbauprojekt gepflegt haben könnten. Von der Messe Berlin erhielt zudem ihr Ehemann Aufträge. Schlesinger und Wolf wiesen die Vorwürfe zurück. Derzeit laufen in beiden Häusern Untersuchungen, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch von Amts wegen gegen Schlesinger, ihren Ehemann und Wolf.

Nach SPIEGEL-Informationen wurde eine weitere Managerin des Senders mit sofortiger Wirkung freigestellt: Verena Formen-Mohr, Leiterin der Hauptabteilung Intendanz des rbb. Mehr dazu lesen Sie hier.

Senator Schwarz sagte, der Aufsichtsrat der landeseigenen Messe werde sich am 1. September mit den aufgeworfenen Fragen beschäftigen. »Grundlage dafür sollen die Ergebnisse der Compliance-Untersuchung der Messe und die laufenden Prüfungen der Senatsverwaltungen für Wirtschaft und für Finanzen sein. Auch wenn diese Ergebnisse noch nicht feststehen, halte ich den Schritt von Herrn Wolf für richtig und geboten.«

Laut Senatsverwaltung gibt es bei der Ausübung des Chefaufseherpostens bei der Messe keine zeitliche Befristung. Ein Vorsitzender werde aus dem Kreis des Aufsichtsgremiums gewählt. Wolf war seit 2017 Chefaufseher und Aufsichtsratsmitglied seit 2010. Ursprünglich gab es diesen Plan: Im April hatte Wolf den Angaben zufolge dem Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe erklärt, sein Aufsichtsratsmandat im Herbst dieses Jahres aus Altersgründen niederlegen zu wollen.

Hagen Brandstäter, geschäftsführender Intendant des RBB und langjähriger Verwaltungschef, hat seinen Rückzug im kommenden Frühling angekündigt, wie der »Tagesspiegel« berichtete . Das habe er in einer Sitzung des Rundfunkrates am Montag bekannt gegeben, heißt es bei der Zeitung. Mehrere Teilnehmende hätten die Information bestätigt. Zuvor hätte Brandstäter sich in einem Schreiben an die Belegschaft des RBB gewandt und darin um Entschuldigung gebeten, dass er »diese Situation nicht verhindern oder wenigstens schnell abwenden konnte«, zitiert der »Tagesspiegel«.

ani/dpa
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