WSV-Fehlstart Schnee schippen statt Schnäppchen jagen

Zu Beginn des Winterschlussverkaufs blicken die Einzelhändler zufrieden auf das Thermometer. Frostige Temperaturen nämlich kurbeln die Nachfrage an. Nur leider kam der Wintereinbruch kam allzu plötzlich - wegen Schneetreibens und glatter Straßen war der Andrang in Geschäften zunächst verhalten.


WSV-Dekoration in Frankfurt am Main: Kein Vergleich mit führeren Schlussverkäufen
DDP

WSV-Dekoration in Frankfurt am Main: Kein Vergleich mit führeren Schlussverkäufen

Berlin - "Die Leute waren zunächst mit Schneeschippen beschäftigt", sagte der Sprecher des Einzelhandels-Hauptverbands, Hubertus Pellengahr. Besonders in Bayern lief der Ausverkauf wegen des ungemütlichen Wetters schleppend an. Auch im Norden, Osten und Westen kamen viele Schnäppchenjäger erst am Nachmittag auf Touren. Der Andrang war überwiegend größer als an einem normalen Montag, wie Geschäftsführer in Kaufhäusern und Filialen sagten. "Man kann es aber nicht mit früheren Schlussverkäufen vergleichen, bei denen die Leute um acht Uhr schon an den Ladengittern gerüttelt haben", sagte David Penndorf von Center Management der Altmarkt-Galerie in Dresden.

An den Rabatten kann es nicht gelegen haben. Bis zu 70 Prozent Nachlass lockte die Schnäppchenjäger. Das Winterwetter ließ die Kunden verstärkt zu Mänteln und Jacken, Wollstrümpfen, Handschuhen und Wintersportartikeln greifen, sagte Pellengahr. Trotz des verhaltenen Auftakts seien die Händler daher überwiegend zuversichtlich für die kommenden beiden Wochen. Erstmals nach dem Wegfall der gesetzlichen Regelung im vergangenen Sommer beteiligen sich etwa drei Viertel der Geschäfte am freiwillig koordinierten WSV. Neben Saisonartikeln dürfen nun auch andere Teile des Sortiments wie Möbel oder Elektrogeräte mit Preisnachlässen angeboten werden. Wegen des Karnevals findet der WSV eine Woche früher statt als üblich.

Verbraucherschützer raten, auch bei Schnäppchen genau hinzusehen und Preise zu vergleichen. Angesichts der anhaltend flauen Konsumlust hatten etliche Händler schon in den vergangenen Wochen mit massiven Preisnachlässen und Aktionen um Kunden geworben. Mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage rechnet die Branche allerdings vorerst nicht. Die Umsätze in diesem Jahr sollen nach dem erwarteten nochmaligen Rückgang auf 370 Milliarden Euro 2004 aber stabil gehalten werden.



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