Wut auf Manager Mitarbeiter kesseln französischen Milliardär ein

In London protestieren Tausende am Rande des G-20-Gipfels, in Frankreich entlädt sich die Wut am Einzelfall: Mitarbeiter des Handelskonzerns Pinault haben ihren Firmenchef eingekesselt und beschimpft. Nach einer Stunde wurde der Milliardär von der Polizei befreit.

Paris - Wut über geplante Stellenstreichungen: Der französische Milliardär François-Henri Pinault hat am Dienstagabend eine heikle Situation erlebt. Mehrere Dutzend Mitarbeiter seines Luxusgüter- und Handelskonzerns Pinault Printemps Redoute   (PPR) kesselten den Firmenchef ein, als er nach einer Veranstaltung in ein Taxi stieg. "Pinault - dreckiger Schuft" riefen sie in Sprechchören, bis die Polizei den Weg freiräumte.

Eine Stunde lang saß Pinault in dem Taxi fest - und telefonierte dabei, berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

PPR hatte im Februar bei der Buchladentochter Fnac und dem Einrichtungshaus Conforama die Streichung von rund 1200 Stellen angekündigt. Pinault ist einer der reichsten Männer Frankreichs, seiner Unternehmensgruppe gehören auch das Luxuslabel Gucci und die Mehrheit des deutschen Sportartikelherstellers Puma  .

Zuletzt waren in Frankreich mehrfach ähnliche Vorfälle bekannt geworden. Am Dienstag hatten Beschäftigte des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar in Grenoble mehrere Manager gefangengenommen. Sie protestierten damit gegen die geplante Streichung Hunderter Stellen in der südfranzösischen Stadt.

Auch an französischen Standorten des Elektronikkonzerns Sony   und des Industrieunternehmens 3M hatten Mitarbeiter Führungskräfte zuletzt als Geiseln genommen.

cte/AFP
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