Yahoo-Übernahme Werbe-Allianz von Yahoo und Google besteht ersten Test

Der erste Test war erfolgreich - nun hat Yahoo einen neuen Trumpf im Ärmel: Der Suchmaschinen-Anbieter steht kurz davor, sich mit dem Branchenprimus Google zu verbünden. Die Früchte der geplanten Werbeallianz sollen dazu dienen, den Abwehrkampf gegen Microsoft zu finanzieren.


New York - Zwei Wochen Probezeit genügten, um die Yahoo-Verantwortlichen von den Vorteilen der Zusammenarbeit zu überzeugen. Eine Zusammenarbeit mit Google sei damit ein Stück näher gerückt, wie das "Wall Street Journal" unter Bezug auf informierte Kreise berichtet.

Yahoo-Werbung: Engere Verbindung mit Google unwahrscheinlich
AP

Yahoo-Werbung: Engere Verbindung mit Google unwahrscheinlich

In der geplanten Werbeallianz will Yahoo das Online-Werbesystem von Google Chart zeigen nutzen, das Textanzeigen neben die Ergebnisse von Internetsuchen stellt und deutlich mehr Umsatz verspricht. Nach Schätzungen von Mark Mahaney, Analyst bei der Citigroup Chart zeigen, könne es Yahoo einen zusätzlichen Umsatz von rund einer Milliarde Dollar pro Jahr bescheren, schreibt das Blatt.

Die Möglichkeit einer noch viel engeren Verbindung mit Google, in der Yahoo sein eigenes Werbesystem aufgibt, wird schon seit Monaten in Expertenkreisen als Alternative zu dem Angebot von Microsoft Chart zeigen gehandelt. Als sehr wahrscheinlich gilt sie allerdings nicht, weil Yahoo und Google dann mehr als 90 Prozent des Marktes für Online-Werbung beherrschen würden - die Bedenken der Kartellbehörden wären kaum auszuräumen.

Die Allianz mit Google und der öffentliche Flirt mit AOL helfen Yahoo dabei zu zeigen, dass es Alternativen zu Microsoft geben könnte. Insofern könnten sie aber nach Ansicht von Analysten auch eine Verhandlungstaktik sein, um Microsoft zu einer Preiserhöhung zu bewegen.

Denn noch immer halten viele Analysten die Übernahme von Yahoo durch Microsoft als das wahrscheinlichste Szenario. Auch die jetzt erfolgte Annäherung von Yahoo und Google würde dem nicht endgültig einen Riegel vorschieben.

Ohnehin muss das Yahoo-Management nach Einschätzung des "WSJ" mit Bedacht gegen die Avancen von Microsoft vorgehen. Denn einige Großaktionäre hätten bereits verlauten lassen, dass sie ein Zusammengehen mit dem Software-Giganten durchaus befürworten würden. Bislang aber haben die Gespräche zwischen den Unterhändlern der Kontrahenten keine Ergebnisse eingebracht.

mik



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