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Unternehmen Zeiss erneut in der Krise

aus DER SPIEGEL 42/1994

Der traditionsreiche Optik- und Elektronikkonzern Zeiss steckt drei Jahre nach der Vereinigung seiner Betriebe in Ost und West erneut in einer existenzbedrohenden Krise. In den kommenden Monaten müssen die Manager Standorte zusammenlegen und bis zu 2500 Stellen streichen, sonst drohen Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Nach der Aufspaltung des ehemaligen DDR-Kombinats Carl Zeiss Mitte 1991 waren die Bereiche Optik und Feinmechanik in der Carl Zeiss Jena GmbH zusammengefaßt und der westdeutschen Zeiss-Zentrale im schwäbischen Oberkochen zugeschlagen worden. Das Restgeschäft wurde in die Jenoptik GmbH eingebracht, die der ehemalige badenwürttembergische Ministerpräsident Lothar Späth führt. Den Managern in Oberkochen gelang es nicht, die ihnen anvertrauten Betriebe zu einem schlagkräftigen Konzern zusammenzufügen. Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung, der ersten des Unternehmens nach dem Krieg, sollen am Donnerstag dieser Woche radikale Einschnitte beschlossen werden. Zeiss will in den kommenden Jahren mindestens 250 Millionen Mark einsparen und bestimmte Geschäftsbereiche komplett aufgeben. Branchenkenner schließen nicht aus, daß auch Zeiss-Vorstandschef Jobst Herrmann gehen muß, er gilt als Hauptverantwortlicher für das Debakel bei der Traditionsfirma.

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