Zeitungsbericht Regierung plant 100-Milliarden-Rettungsfonds für Unternehmen

Erst Banken, jetzt Unternehmen: Die Bundesregierung will laut einem Bericht des "Handelsblatts" einen Schutzschirm über der gesamten deutschen Wirtschaft spannen. In einem Fonds sollen demnach 100 Milliarden Euro für Bürgschaften zur Verfügung gestellt werden.


Berlin - Die Bundesregierung will nach dem Banken-Rettungsfonds einen "Wirtschaftsfonds Deutschland" als Schutzschirm für Unternehmen gründen, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf Informationen aus dem Bundeswirtschaftsministerium. In dem Fonds soll laut dem Blatt das zusätzliche Bürgschaftsvolumen im Umfang von insgesamt 100 Milliarden Euro gebündelt werden, darin enthalten ist auch ein verbessertes Kreditprogramm für größere Firmen mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro.

Bankenrettungsfonds: Kommt jetzt der "Wirtschaftsfonds Deutschland"?
DPA

Bankenrettungsfonds: Kommt jetzt der "Wirtschaftsfonds Deutschland"?

Nach Informationen der Zeitung aus Regierungskreisen soll der Wirtschaftsfonds eine ähnliche Struktur erhalten wie der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin). So sei daran gedacht, auch ein Leitungsgremium mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft sowie einen Lenkungsausschuss mit Vertretern der Bundesregierung zu gründen, hieß es weiter.

Nach den bisherigen Plänen sollen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro Anträge auf Kredithilfen stellen können, heißt es in einer internen Vorlage des Wirtschaftsministeriums, die dem Blatt vorliegt.

Der maximale Kreditbetrag ist demnach in der Regel auf bis zu 300 Millionen Euro beschränkt. Die Haftungsfreistellung soll 50 Prozent bei Liquiditäts- und Bilanzfinanzierung und 70 Prozent bei reiner Investitionsfinanzierung betragen. Zusätzlich soll es möglich sein, dass die staatliche KfW Bankengruppe als Konsortialpartner für Unternehmensfinanzierungen einspringt. Geplant sei zudem eine Entlastung der Bürgschaftsbanken.

cvk



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