Zerschlagung der Energiekonzerne Was Brüssel tun will

Die EU-Kommission will die Energieversorgung in Europa umkrempeln. Dazu soll die Macht der großen Konzerne massiv beschnitten werden. SPIEGEL ONLINE stellt die Pläne im einzelnen vor.

- Aufspaltung der Energiekonzerne: Die Kommission macht sich für eine völlige Trennung von Energieerzeugung einerseits und Netz und Vertrieb andererseits stark. Dafür will sie eine Aufspaltung der großen Energiekonzerne erreichen, was in Deutschland und Frankreich auf Widerstand stößt. Als Alternative schlägt die Kommission vor, dass große Konzerne ihre Netze zwar behalten, den Betrieb allerdings anderen Unternehmen überlassen.

- Gemeinsamer Energiemarkt: Die Kommission will den aus ihrer Sicht unzureichenden Wettbewerb auf europäischer Ebene voranbringen. Dafür schlägt sie eine EU-Regulierungsbehörde vor, was in der Bundesregierung ebenfalls auf Ablehnung stößt. Zudem fordert die Kommission höhere Investitionen in Verbindungsstellen zwischen den EU-Staaten, damit Strom und Gas leichter über die nationalen Grenzen hinweg gehandelt werden kann.

- Klimaschutz: Die EU soll weltweit mit gutem Beispiel vorangehen und sich einseitig verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Dies soll dazu beitragen, die Erderwärmung auf zwei Prozent zu begrenzen. Falls es ein neues weltweites Klimaabkommen gibt, ist die EU auch zu einem Abbau der Treibhausgase um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 bereit.

- Erneuerbare Energien: Um ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit von Importen zu reduzieren, will die Kommission stärker auf erneuerbare Energien setzen. Bis 2020 soll ein Fünftel des EU-Energieverbrauchs mit Sonne, Wind und Bioenergie gedeckt werden; bislang hat sich die EU ein Ziel von 12 Prozent für 2010 gesetzt, das sie aber wahrscheinlich verfehlen wird. Bei Sprit für Autos soll der Öko-Anteil im Jahr 2020 bei zehn Prozent liegen. Derzeit wird für 2010 ein Wert von 5,75 Prozent angestrebt.

wal/reuters

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