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Zinsen: Ist die Wende erreicht?

aus DER SPIEGEL 30/1982

Aus Amerika kam diesmal die gute Nachricht: Die Zinsen im Leitland der westlichen Welt haben offenkundig ihren Gipfel überschritten. Die US-Notenbank senkte den Diskontsatz um ein halbes Prozent, und Bank-Chef Paul Volcker hält einen Rückgang der Zinsen für wahrscheinlich. Bankiers können ihren Hypotheken-Kunden neuen Mut machen, Unternehmer wie Finanzminister dürfen hoffen. So vorsichtig die Zinserleichterung auch ist - an den Finanzmärkten der westlichen Welt war die Erleichterung fast zu greifen: Der Dollar, in den vergangenen Monaten wegen der hohen US-Zinsen als Geldanlage bevorzugt, verlor gegenüber der D-Mark rund zehn Pfennig; der Goldpreis, stets Pendel zum Dollarkurs, kletterte Mitte vergangener Woche auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr. Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften deckten sich in der Hoffnung auf weiter fallende Zinsen mit festverzinslichen Wertpapieren ein. Nicht zuletzt auf Druck des Weißen Hauses, vermuten einige US-Ökonomen, habe Volcker den Diskontsatz ein wenig gesenkt. Im November sind schließlich Wahlen für den US-Kongreß. Reagan, so scheint es, sieht die Folgen der heimischen Wirtschaftsflaute nun doch ähnlich ernst wie die Europäer.

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