Zollstreit China und USA wollen an Handelsvereinbarung festhalten

Gegenseitige Anschuldigungen in der Coronakrise haben das Verhältnis zwischen den USA und China zuletzt stark belastet. Beide Seiten wollen trotzdem ihr Handelsabkommen umsetzen.
Chinesische Container werden im Hafen von Long Beach, Kalifornien, entladen: Die Vereinbarung zum Handelsabkommen soll eingehalten werden

Chinesische Container werden im Hafen von Long Beach, Kalifornien, entladen: Die Vereinbarung zum Handelsabkommen soll eingehalten werden

Foto: Mark RALSTON/ AFP

Wegen der Corona-Pandemie sind die Spannungen zwischen den USA und China gestiegen. Dennoch wollen beide Seiten ihre im Januar getroffene Handelsvereinbarung umsetzen.

Das vereinbarten der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin mit dem chinesischen Vizepremier Liu He in einem Telefonat. Dabei hätten die Beteiligten über den laufenden Prozess der Umsetzung des Phase-1-Handelsabkommens gesprochen, hieß es in einer Mitteilung von US-Seite. Es würden "gute Fortschritte" erzielt. Beide Seiten rechneten den US-Angaben zufolge fest damit, dass sie trotz des gegenwärtigen globalen Gesundheitsnotstands ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen rechtzeitig erfüllten.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, beide Seiten seien übereingekommen, eine "gute Atmosphäre und günstige Bedingungen" für die Umsetzung des Abkommens schaffen und "positive Ergebnisse" fördern zu wollen. Laut chinesischem Handelsministerium sei verabredet worden, die Kommunikation und Koordination zu den Handelsthemen aufrechtzuerhalten.

Entspannung an den Börsen

Drohungen aus Washington, den Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften wieder zu verschärfen, hatten in den vergangenen Tagen die Märkte zusätzlich zur Coronakrise beunruhigt. US-Präsident Donald Trump hatte Peking Anfang Mai im Streit um die Ursachen der Pandemie mit neuen Strafzöllen gedroht.

Die Vereinigten Staaten werfen China vor, den Ursprung des Coronavirus zu vertuschen. Der US-Präsident hat auch den Verdacht verbreitet, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stamme. Belege für diesen Vorwurf liefert er nicht.

Die Anschuldigungen hatten in den vergangenen Wochen immer wieder harsche Reaktionen von chinesischen Diplomaten zur Folge. Die Aussichten auf eine Entspannung gaben am Vormittag den europäischen Börsen Auftrieb.

Die Vereinbarung vom Januar war mit dem Ziel unterzeichnet worden, ein Ende des Handelskonflikts einzuleiten, in dem sich die beiden Länder mehr als zwei Jahre lang mit massiven gegenseitigen Strafzöllen überzogen hatten.

Das erste Teilabkommen, das am 14. Februar in Kraft trat, verpflichtet China dazu, seine Importe aus den USA um rund 200 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Jedoch beeinträchtigt der Coronavirus-Ausbruch den globalen Handel derzeit schwer.

brt/dpa/AFP
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