Zu viel Freizeit Clement stellt Feiertage in Frage

Nach Auffassung von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sollten die Deutschen wieder länger arbeiten. Die vielen Feiertage seien mit Ursache dafür, dass die Konjunktur nicht in Gang komme.

Berlin - "Wir sind, was Urlaubszeit, Feiertage und Arbeitszeit angeht, zweifelsohne an der Grenze angelangt", sagte Clement dem Magazin "Stern". "Wer unseren Feiertagskalender mit dem anderer Staaten vergleicht, der kann schon ins Grübeln kommen." Clement verwies darauf, dass im nächsten Jahr das Wirtschaftswachstum bis zu 0,5 Prozent höher ausfallen werde, weil eine Reihe von Feiertagen auf Wochenenden falle.

Gestützt wird Clements These durch eine Berechnung des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Danach würde die Streichung eines bezahlten Feiertages allein der volkwirtschaft rund 3,5 Milliarden Euro einbringen.

Unter diesem Gesichtspunkt sieht Clement auch den Arbeitskampf in Ostdeutschland kritisch. Schließlich geht es auch hier um eine Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich: Clement dazu: "Das ist ein Konflikt zur falschen Zeit am völlig falschen Ort."

Clement schloss nicht aus, dass die Arbeitslosenzahl im Winter über fünf Millionen steigen könnte. Er werde aber alles unternehmen, um das zu verhindern. Die Zielmarke des Vorsitzenden der früheren Kommission zur Reform des Arbeitsmarkts, Peter Hartz, zu eigen, der von einem Abbau der Arbeitslosigkeit um zwei Millionen innerhalb von drei Jahren gesprochen hatte bezeichnete er als realistisch. "Ich bin überzeugt, dass Peter Hartz recht hat, nicht in den Zeitvorstellungen, aber in den Größenordnungen. Wir werden die Arbeitslosigkeit drastisch senken können", sagte Clement. Allerdings werde es vier bis fünf Jahre brauchen, bis wir den Arbeitsmarkt wieder in Ordnung haben.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.