Zukunft der Finanzmärkte China schlägt neue weltweite Leitwährung vor

Die Krise zeigt den Reformbedarf: China hat eine neue globale Leitwährung unter Aufsicht des IWF gefordert - und erklärt damit das Ende der Dollar-Vorherrschaft.

Shanghai - Er erwähnt den Dollar nicht direkt, doch der Adressat ist eindeutig: Die Krise habe gezeigt, wie gefährlich es sei, sich bei internationalen Finanzgeschäften auf die Währung eines einzigen Landes zu verlassen, schreibt der Chef der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, in einem am späten Montagabend veröffentlichten Aufsatz. Er fordert deshalb eine neue Leitwährung für die Welt: "Eine überhoheitliche Leitwährung, die von einer globalen Institution gemanagt wird, könnte sowohl dazu genutzt werden, die globale Geldflüsse zu schaffen, wie auch sie zu kontrollieren."

Gesteuert werden soll das neue Währungssystem den Vorstellungen des Zentralbankchefs zufolge stattdessen vom Internationalen Währungsfonds (IWF). "Der Ausbruch der Krise und ihr Ausbreiten auf die gesamte Welt hat die Verletzlichkeit und die systemischen Risiken des bestehenden internationalen Währungssystems gezeigt", schrieb Zhou in seinem Essay.

China stützt sich auf den US-Dollar. In der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise hat dies zu Bedenken geführt, wie sich das Vorgehen der USA gegen die Wirtschaftskrise auf die chinesischen Währungsreserven in Höhe von 1,95 Billionen Dollar auswirken wird.

sam/AFP/AP
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