Zukunftsforschung Wie sich die Welt durch die Finanzkrise wandelt

Von Esther Wiemann

6. Teil: Geiz ist geil ist vorbei


Eine Entwicklung zu mehr Substanz und Sinnhaftigkeit im Konsum macht sich bemerkbar: Kunden wollen nicht mehr zwischen den Extremen superbillig und luxuriös wählen. Konsumenten investieren künftig ausgewählter und bewusster, weil sie sich in ihren eigentlichen Bedürfnissen angesprochen fühlen wollen.

Denn Back-to-Basic heißt auch Stressreduktion: Wer dies glaubhaft vermitteln kann, gehört künftig zu den Gewinnern, prognostizieren die Zukunftsforscher. Produkte und Innovationen, die einfach nur neu und anders sein wollen, verlieren für die Konsumenten an Attraktivität. Der Jagdtrieb der Konsumenten ist in den Boomjahren vor der Krise gestillt worden. Die Schubladen sind gefüllt, alle Regale überladen, alle Keller dicht. Keiner braucht mehr alle zwei Jahre ein neues Sofa. Die Geiz-ist-Geil-Ära ist vorbei. Der Reiz am Schnäppchenkauf verliert mehr und mehr an Zugkraft, glauben die Wissenschaftler.



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Stefan Albrecht, 10.06.2009
1. Meine Güte
Zitat von sysopDie globale Rezession gilt als historischer Einschnitt, sensationell und außergewöhnlich - alles falsch, behaupten jetzt Trendforscher in einer Studie über die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr überraschendes Fazit: Die Krise ist kaum mehr als ein reinigendes Gewitter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,629345,00.html
Meine Güte, da bin ich aber froh, dass die Trendforscher mich belehrt haben! Denn allein wäre ich echt nie auf die Idee gekommen, dass die sogenannte Finanzkrise nichts anderes als ein Zurückfinden zu ein wenig mehr Normalität ist. Nach Jahren, die von Geschichten über unendliches Wachstum und von sinnlosen Produkten, die durch riesige Marketingapparate gepusht wurden geprägt waren. Jahren, in denen immer mehr Leute immer mehr Stuss kauften, damit prahlten (obwohl es Zeug auf dem Niveau von Pitschu Potschu mit Fuchsiafarbenen Antennen war) und immer aufgeregter in der Gegend herumrannten, um sich den Stuss leisten zu können. Dass dieses Absurde Verhalten irgendwann einmal jedem langweilig wird, das wissen wir jetzt dank von SPON vorgestellter Experten...
Wolfgang Jung 10.06.2009
2. ein paar Dacias mehr
Zitat von sysopDie globale Rezession gilt als historischer Einschnitt, sensationell und außergewöhnlich - alles falsch, behaupten jetzt Trendforscher in einer Studie über die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr überraschendes Fazit: Die Krise ist kaum mehr als ein reinigendes Gewitter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,629345,00.html
Sehe ich auch so. Ein Blick auf die Straße genügt, wenigstens in Deutschland. Bei allen Einzelschicksalen, die bedauerlicherweise meistens unverschuldet von der Krise getroffen worden sind oder noch werden, "nichts" hat sich seit dem letzten Sommer an unseren Lebensgewohnheiten und -bedingungen wirklich geändert.Simpel ausgedrückt: es fahren ein paar Dacias mehr auf der Straße rum und nehmen den Golfs und Audi 4 noch mehr Platz weg.
topomoos, 10.06.2009
3. Schall und Rauch
Diese Trendprognosen sind ungefähr so seriös, wie der Versuch, das Weinhachtswetter 2012 vorherzusagen.
Angstroem, 10.06.2009
4. Was für eine unglaubliche Ansammlung...
...von Allgemeinplätzen garniert mit Bullshit-Bingo. Am besten gefällt mir hierbei die "Neo-Innovation". Innovation ist nicht genug, es braucht nun Neo-Innovation. Auch Technologie reicht nicht länger aus, wir brauchen Neo-Technologie. Warum diese nun derartig disjunkt zur Innovation sein muß, aus der sie schließlich hervorgegangen ist, erschließt sich vermutlich nur dem redegewandten Berater, der mithilfe derartiger inhaltsleerer Charts auf Kundenfang geht. Da kann man schließlich Binsenweisheiten wie "wenn die da drüben mehr verlangen, lohnt sich das Outsourcing für uns nicht mehr" viel besser verkaufen -- nicht, daß sich das überhaupt langfristig gelohnt hat, im Gegenteil, durch das Outsourcing wurde überhaupt erst das Know-how exportiert, welches nun für zunehmende Konkurrenz sorgt, und gleichzeitig der inländische Arbeitsmarkt belastet.
Frank Wagner, 10.06.2009
5. Niedergang der USA
habe ich den wichtigsten Aspekt in dem Artikel übersehen ? Was wir grade erleben ist die Verschiebung des wirtschaftlichen Zentrums vom Westen, speziell den USA, in den Osten nach Asien. Der Prozeß ist schon länger am Laufen, aber nun ist er nicht mehr zu verleugnen. In China entstehen die neuen Fabriken, die neuen Ideem, dort ist das Geld und bald auch die militärische Macht. Das würde ich schon als bedrohlich empfinden.
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