Zurückgehende Verkaufszahlen Sony erleidet drastischen Gewinneinbruch

Die Gewinnwarnung war nicht untertrieben: Der Elektronikhersteller Sony hat im zurückliegenden Quartal einen drastischen Gewinneinbruch um 95 Prozent erlitten. Zum ersten Mal seit 14 Jahren wird der Traditionskonzern aller Voraussicht nach einen Jahresverlust ausweisen.


Tokio - Hauptgrund sind zurückgehende Verkaufszahlen bei Fernsehern, Handys und Digitalkameras, wie der japanische Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn brach im Quartal von Oktober bis Dezember auf umgerechnet 88,5 Millionen Euro ein, verglichen mit einem Plus von knapp 1,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um 25 Prozent auf 18,24 Milliarden Euro, nach 24,26 Milliarden Euro im Vorjahr.

Sony-Zentrale: Meilenweit hinter Apples iPod
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Sony-Zentrale: Meilenweit hinter Apples iPod

Allein im Kerngeschäft der Unterhaltungselektronik verbuchte Sony Chart zeigen einen Verlust von 13,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Tokio mitteilte. Der Verkauf von Fernsehgeräten, Mobiltelefonen und Kameras war für den Konzern lange Zeit eine sichere Einnahmequelle.

In diesem Jahr kauften die Kunden aber selbst im Weihnachtsgeschäft nicht so viel wie erhofft. Ein Großteil der Verluste geht laut Sony auf das schlecht laufende Geschäft des Handy-Joint-Ventures Sony Ericsson zurück.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Sony angekündigt, im bis März laufenden Geschäftsjahr aller Voraussicht nach erstmals seit 14 Jahren in die roten Zahlen zu rutschen. Erwartet wird ein Verlust von etwa 1,3 Milliarden Euro, verglichen mit einem Gewinn von 31,33 Millionen Euro im Jahr 2007.

Sony-Chef Howard Stringer versprach, er werde den Konzern wieder ins Plus bringen - durch Kürzung von Gehältern, Stellenabbau und besser im Trend liegende Produkte. Im Dezember hatte das Unternehmen den Abbau 8000 seiner weltweit 185.000 Arbeitsplätze angekündigt. Außerdem sollten 8000 Zeitarbeiter nicht weiter beschäftigt werden.

Die Ursache für das bisher einzige Verlustjahr 1994/1995 waren einmalige hohe Ausgaben für den Einstieg ins Filmgeschäft. Die derzeitige Krise dürfte ungleich schwieriger zu bewältigen sein. Im Musikmarkt ist der Erfinder des Walkman meilenweit vom Marktführer Apple Chart zeigen mit seinem iPod entfernt. Auch bei Spielkonsolen tut sich Sony schwer, mit der Playstation gegen Platzhirsch Nintendo Chart zeigen anzukommen.

Stringer, der den Konzern seit 2005 leitet, konnte zwar schon erste Erfolge mit seiner Strategie erzielen, die Geschäftsbereiche näher aneinanderzuführen. Doch dann warf der starke Yen Sony im Konkurrenzkampf wieder zurück.

mik/AP/dpa-AFX



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