Zweiter Adelsschlag Sir Vodafone wird Investment-Banker

Niemand wollte recht glauben, dass Sir Chris Gent, Noch-Chef bei Vodafone und Architekt der Mannesmann-Übernahme, es sich künftig als Pensionär gemütlich machen würde. Und tatsächlich hat der Brite mit Nadelstreif und Hosenträgern einen neuen Job - an der Wall Street.


London/New York - Gemunkelt wurde schon seit rund zwei Wochen, jetzt kam die offizielle Bestätigung: Chris Gent, noch einige Wochen Chef des weltgrößten Mobilfunkanbieters Vodafone, wechselt danach in die Führungsetage der US-Investmentbank Lehman Brothers. Wie das US-Bankhaus und Vodafone am späten Donnerstag mitteilten, wird Gent ab 1. September als Non-Executive Director einsteigen.

Muss wohl ein wenig dazuverdienen, um seinen Lebensstandard zu halten: Sir Christopher vor dem Logo seiner Noch-Firma
DPA

Muss wohl ein wenig dazuverdienen, um seinen Lebensstandard zu halten: Sir Christopher vor dem Logo seiner Noch-Firma

Gent, der erst 55 ist, war in Deutschland vor allem während des Übernahmekampfes um Mannesmann bekannt geworden. Er beendet seine Arbeit bei Vodafone am 30. Juli. In seiner Amtszeit Gents hatte sich Vodafone zu einem der größten Unternehmen der Welt entwickelt.

Weniger bekannt ist, dass Gent von Haus aus Banker ist. Seine Karriere begann Ende der sechziger Jahre bei der National Westminster Bank. Da er sich mit Mergern und Firmen-Übernahmen dank seiner Vodafone-Erfahrung bestens auskennt, trauen ihm viele Beobachter auch Erfolg als Investmentbanker zu.

Gent hatte noch vor kurzem in der Kritik der Vodafone-Aktionäre gestanden, die sich über sein "astronomisch hohes" Gehalt beklagten. Im vergangenen Geschäftsjahr bekam er ein Grundgehalt von 1,2 Millionen Pfund und dazu Aktien und Obligationen im Wert von bis zu 3,9 Millionen Pfund. Er ist damit der bestbezahlte britische Manager. Als Pension soll er für den Rest seines Lebens jährlich 662.000 Pfund erhalten.



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