Zur Ausgabe
Artikel 61 / 72
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Ätna-Sprengung: unnötig und teuer

*
aus DER SPIEGEL 24/1983

Einhellig verurteilt haben italienische Vulkanologen den Versuch vom 14. Mai des Jahres, den Lavastrom aus dem Ätna durch eine Sprengung in ein künstliches Bett zu drängen - angeblich, um bedrohte Ortschaften zu retten. Die, so der Vulkanologe Franco Berberi von der Universität in Pisa, seien nie gefährdet gewesen. Vielmehr habe es sich um eine »politische Aktion und ein Ingenieurs-Spektakel« gehandelt. Ein Wahltermin im Juni, so vermuten die Forscher, ließ Politiker das Zwölf-Millionen-Mark-Experiment auch gegen wissenschaftliche Einwände opportun erscheinen. Sonst, so der Vulkanologe Renato Cristofolini, seien nicht einmal zwei Millionen Mark aufzutreiben, um den aktiven Vulkan zu beobachten. Das Experiment erwies sich als Fehlschlag: Weniger als zehn Prozent der Ätna-Lava konnten in den freigesprengten Kanal gedrängt werden.

Zur Ausgabe
Artikel 61 / 72
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.