Mecklenburg-Vorpommern Afrikanische Schweinepest in Hausschweinen entdeckt

Erst Brandenburg, nun das nächste ostdeutsche Bundesland: Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden Fälle der Afrikanischen Schweinepest ermittelt.
Hausschwein (Symbolbild)

Hausschwein (Symbolbild)

Foto: Mohssen Assanimoghaddam/ dpa

In Wildschweinen taucht die Krankheit häufig auf, doch lange hatten Landwirte im Osten Deutschlands gehofft, die Afrikanische Schweinepest (ASP) von Hausschweinen fernhalten zu können. Dieser Versuch ist auch in Mecklenburg-Vorpommern gescheitert.

In dem Bundesland wurde der erste ASP-Fall amtlich bestätigt. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut – habe die Tierseuche am Montag in entsprechenden Proben nachgewiesen, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Abend mit.

Zuvor hatte das Landes-Agrarministerium mitgeteilt, dass in einer Schweinemastanlage mit mehreren Tausend Tieren im Landkreis Rostock mehrere Tiere verendet seien. Ein Test habe den Verdacht ergeben, dass sie mit dem ASP-Erreger infiziert gewesen sein könnten.

Den Angaben zufolge greifen jetzt die Maßnahmen der Schweinepest-Verordnung in der Zuständigkeit der Länder: Unter anderem muss die zuständige Behörde vor Ort anordnen, dass alle Tiere des Bestands getötet und unschädlich beseitigt werden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die für Wild- und Hausschweine meist tödlich endet. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Im Juli waren Fälle der Krankheit erstmals bei Hausschweinen ermittelt worden, allerdings in Brandenburg. Betroffen waren Bestände in den brandenburgischen Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland, wie das Verbraucherschutzministerium des Bundeslandes mitteilte. Beide Bestände nahe der polnischen Grenze seien nach den Befunden sofort von den Veterinärämtern gesperrt worden.

Virus hält sich lange und tritt immer wieder auf

Zuvor war die ASP in Brandenburg bei insgesamt 1267 Wildschweinen festgestellt worden. Hausschweine waren hingegen nicht betroffen gewesen. Zur Abwehr der aus Polen eingeschleppten ASP hatten die brandenburgischen Behörden einen festen Zaun entlang der Oder und Neiße errichten lassen.

Ursprünglich stammt die Krankheit aus Afrika, befiel unter anderem Warzenschweine und wird dort von Lederzecken weitergegeben. Sie spielen in Mitteleuropa aber keine Rolle. Hier erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren über Blut und Sekrete. Über Blut wird das Virus am effizientesten übertragen.

In der Natur stecken sich Tiere meist nur an, wenn sie am Kadaver eines befallenen Wildschweins schnüffeln oder fressen. Es erkranken oft nur einzelne Tiere, aber das Virus hält sich lange und tritt immer wieder auf.

jok/dpa
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