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ASTRONOMIE Afrikanisches Stonehenge

aus DER SPIEGEL 2/2003

Haben Sterngucker in Zentralafrika schon vor 800 Jahren den Lauf der Gestirne verfolgt? Zumindest der südafrikanische Archäologe und Astronom Richard Wade vom Nkwe Ridge Observatory bei Pretoria scheint nach jahrzehntelangem Studium der Steinruinen von »Great Zimbabwe« von dieser Theorie überzeugt zu sein. Archäologen hielten dieses von einer 240 Meter langen Mauer umgebene Areal im Süden des heutigen Simbabwe bislang für die Überreste eines aus dem 12. Jahrhundert stammenden Königssitzes. Stutzig machte Wade allerdings die Anordnung steinerner Stelen auf dem östlichen Teil der Mauer: Die durch sie entstehenden Fluchten, so glaubt er, decken sich exakt mit wichtigen Gestirnkonstellationen oder geben Hinweise auf Mond- und Sonnenfinsternisse. Selbst den Himmelspunkt, an dem vor 700 Jahren eine Supernova im Sternbild der Vela explodierte, hätten die afrikanischen Astronomen demnach mit Hilfe von Monolithen markiert. Nicht alle Kollegen des Forschers teilen derzeit den Enthusiasmus für ein afrikanisches Stonehenge: Auf den Mauern der Anlage, kritisieren sie, stünden so viele unterschiedliche Stelen, dass sich Übereinstimmungen mit Himmelskonstellationen auch »rein zufällig« ergeben könnten.

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