Zur Ausgabe
Artikel 74 / 98
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Aids-Gefahr für Laborantinnen

aus DER SPIEGEL 40/1988

Das Personal in medizinischen Labors hantiert seit Jahren mit »aids-positivem« Material, ohne es zu wissen. Wie mehrere Untersuchungen beweisen, sind zahlreiche »Kontroll-Seren« aus infiziertem Blut gewonnen worden. Diese Kontroll-Seren werden in den automatisierten Großlabors mehrfach täglich zur Überprüfung der Arbeitsgeräte, zur Erfassung von Analysefehlern und zur Bestimmung der Meßabweichungen eingesetzt. Experten befürchten, daß zumindest die zur Enzymbestimmung verwendeten Kontroll-Seren nicht inaktiviert, sondern infektiös sind. Der aufgeschreckte Bundesvorstand des »Deutschen Verbandes Technischer Assistenten in der Medizin e.V.« fordert die Hersteller deshalb auf, die HIV-positiven Kontroll-Seren »unverzüglich zurückzunehmen«. Auch das Bundesgesundheitsamt solle sich einschalten. Die Laborantinnen sind durch üble Erfahrungen gewarnt: Bis zu 50 Prozent der in Großlabors arbeitenden MTAs stecken sich in Ausübung ihres Berufs mit der Viruskrankheit Hepatitis B an - trotz Mundschutz und Handschuhen. Die infektiöse Leberentzündung gilt den Virologen als Modell der HIV-Ausbreitung.

Zur Ausgabe
Artikel 74 / 98
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.