Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde Angepasste Coronaimpfstoffe können auch für Erstimpfungen verwendet werden

Bisher kamen sie nur für Boosterimpfungen zum Einsatz, jetzt können die Vakzinen gegen zwei Omikron-Subvarianten auch für die Grundimmunisierung eingesetzt werden. Sie sind laut Ema ebenso sicher.
Die angepassten Impfstoffe schützen besser vor den derzeit kursierenden Varianten (Symbolbild)

Die angepassten Impfstoffe schützen besser vor den derzeit kursierenden Varianten (Symbolbild)

Foto: Getty Images

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema empfiehlt die Coronaimpfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 nun auch für Erstimpfungen. Die Impfstoffe seien nicht nur für Boosterimpfungen, sondern auch für eine Grundimmunisierung geeignet, teilte die Ema mit. Neue Daten deuten demnach darauf hin, dass die Impfstoffe bei Menschen, die bisher ungeimpft sind und sich auch noch nicht mit dem Coronavirus infiziert haben, eine gute Immunantwort hervorrufen.

Bei den angepassten Versionen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um sogenannte bivalente Coronaimpfstoffe. Sie sind sowohl auf die Abwehr der ursprünglichen Form des Coronavirus ausgerichtet als auch auf die zuletzt dominanten Subtypen der Omikron-Variante.

Das Mittel enthält also weiterhin sogenannte mRNA , die den Bauplan für das Spike-Protein des Coronavirus vermittelt. Der Impfstoff veranlasst Körperzellen, für kurze Zeit dieses Virusprotein zu produzieren, damit das Immunsystem seine Abwehr dagegen trainiert. Allerdings ist das Spike-Protein nicht in jeder Virusvariante identisch. Gerade bei den Omikron-Sublinien unterscheidet es sich deutlich von der ursprünglichen Form.

Zusätzlich ist in den Mitteln auch der Bauplan des ursprünglichen Spike-Proteins enthalten. Denn niemand weiß, ob künftige Sars-CoV-2-Varianten vielleicht wieder ein Spike-Protein haben, das der Ursprungsversion mehr ähnelt als jener von BA.1 oder BA.4 und 5.

Die Impfungen bringen das Immunsystem nicht nur dazu, Antikörper gegen Sars-CoV-2 zu bilden, die das Eindringen des Virus in den Körper verhindern. Sie triggern auch die Bildung von sogenannten B- und T-Zellen, die für ein Immungedächtnis sorgen. Diese T-Zellen bremsen die Ausbreitung der Infektion im Körper und verhindern einen schweren Krankheitsverlauf .

In der EU sind die angepassten Impfstoffe seit September beziehungsweise Oktober zugelassen, bisher aber nur für Boosterimpfungen. Die Sicherheit der angepassten Impfstoffe sei »mit der der ursprünglichen mRNA-Impfstoffe vergleichbar«, erklärte die Ema nun. Sie empfiehlt, die Impfstoffe bei Erwachsenen und Kindern für Erstimpfungen zu nutzen. Die EU-Länder könnten nun selbst entscheiden, ob sie die modifizierten Impfstoffe als Basisimpfung verwenden wollen.

jae/AFP/dpa
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