Zur Ausgabe
Artikel 75 / 91
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Antibiotika aus der Froschhaut

aus DER SPIEGEL 33/1987

Durch Zufall haben amerikanische Wissenschaftler eine neue, hochwirksame Klasse von Antibiotika entdeckt. Die Gentechniker vom National Institute of Child Health and Human Development hatten bei ihren Experimenten Fröschen chirurgisch Eizellen entnommen und sich gewundert, daß die Operationswunden stets rasch abheilten. Im auffällig guten Heilfleisch der Frösche fanden die Wissenschaftler jetzt eine Gruppe von Peptid-Molekülen, die Bakterien und Parasiten wie etwa Hautpilze unschädlich machen. Die körpereigenen Mikroben-Killer, Magaine getauft, vernichten die Krankheitserreger schneller und gründlicher als alle bislang bekannten Antibiotika. Es ist den Forschern inzwischen gelungen, Frosch-Magain synthetisch herzustellen, gegenwärtig wird die Wirkung der Präparate an Mäusen erprobt. Michael Zasloff, Chef des Wissenschaftler-Teams, ist davon überzeugt, daß auch der menschliche Organismus körpereigene Antibiotika produziert, so etwa in der Mund- und Zungenschleimhaut, wo Verletzungen besonders leicht und rasch heilen.

Zur Ausgabe
Artikel 75 / 91
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.