Unbemannte Mondmission Nasa stößt bei Artemis-Test erneut auf Tankprobleme

Die Mondmission Artemis der US-Raumfahrtbehörde Nasa verschiebt sich erneut. Der Grund: ein Leck bei der Betankung mit flüssigem Wasserstoff. Aufgrund von Pannen verzögert sich die unbemannte Mission immer wieder.
Die Nasa-Mondrakete für die unbemannte Mondmission Artemis

Die Nasa-Mondrakete für die unbemannte Mondmission Artemis

Foto: John Raoux / dpa

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa ist bei einem Tanktest für ihre unbemannte Mondmission Artemis erneut auf ein Leck gestoßen. Es handele sich um die gleiche Art Leck bei der Betankung mit flüssigem Wasserstoff, die am 3. September einen Start der Mission verhindert hatte, teilte die Nasa mit.

Den Ingenieuren sei es dieses Mal trotzdem gelungen, die Probebetankung so fortzusetzen, dass sich das Leck nicht vergrößerte und in einem tolerierbaren Rahmen bewegte. Nun würden die gewonnenen Daten ausgewertet und die Tanks wieder geleert, hieß es weiter.

Es war aber unklar, ob der Startplan eingehalten werden kann, der einen neuen Launchversuch am 27. September anpeilt. Noch fehlen der Behörde für diesen Termin ohnehin weitere Zulassungen. Ein weiteres Fenster sieht einen Start zwischen 17. und 31. Oktober vor. Vor rund drei Wochen waren zwei Startversuche der unbemannten Rakete fehlgeschlagen – unter anderem wegen eines undichten Tankschlauches.

Das Raketensystem war daraufhin vorerst zurück in den Hangar am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gebracht worden. Auch bei früheren Artemis-Tests waren schon Probleme aufgetreten, die schließlich eine erste wesentliche Verzögerung des Projekts zur Folge hatten. Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm sollten eigentlich bis 2024 wieder US-Astronauten auf dem Mond landen.

Langfristig als Vorbereitung für Marsmissionen gedacht

Der knapp 40 Tage dauernde, unbemannte Testflug Artemis I soll die Rückkehr zu bemannten Flügen zum Mond einläuten. 50 Jahre nach der bislang letzten Mondlandung soll die unbemannte SLS-Rakete eine Orion-Kapsel ins All bringen. Anschließend ist geplant, dass die Orion-Kapsel den Mond in rund hundert Kilometern Entfernung umkreist und bis zu 64.000 Kilometer hinter den Mond vordringt – das wäre ein Rekord für ein Raumschiff, das Menschen befördern soll.

Die erste »Artemis«-Mission soll mehrere Wochen dauern. Deutschland leistet unter anderem mit dem hauptsächlich hierzulande gebauten Service- und Antriebsmodul von Orion einen Beitrag zu der Nasa-Mission. Die Folgemission Artemis II soll Astronauten in eine Mondumlaufbahn bringen, mit Artemis III soll frühestens 2025 eine Mondlandung glücken.

Die »Artemis«-Flüge sollen langfristig auch der Vorbereitung von bemannten Missionen zum Mars dienen.

jso/jok/dpa
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