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SCHIFFFAHRT Atom-U-Boote als Metallfrachter

aus DER SPIEGEL 12/2001

Sie sind Relikte des Kalten Krieges, gebaut in den Jahren vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion: sechs Atom-U-Boote der »Typhoon«-Klasse, 26 500 Tonnen Wasser verdrängende Kolosse mit je 20 SS-N-20-Interkontinentalraketen an Bord. Nun sollen drei dieser Untersee-Giganten, die nach russischamerikanischen Abrüstungsvereinbarungen außer Dienst gestellt wurden, als Lastkähne für Nickel, Palladium, Kobalt und andere wertvolle Metalle dienen. Die Firma »Norilsk Nickel« des Magnaten Wladimir Potanin hofft noch für dieses Jahr auf eine Entscheidung über ihr Vorhaben, die Metalle von den sibirischen Lagerstätten in Norilsk unter dem Packeis der Kara- und Barentssee zum eisfreien Hafen Murmansk zu transportieren. Bislang konnten die Bodenschätze viele Monate im Jahr nur mit Hilfe von Eisbrechern nach Murmansk gebracht werden. Diese werden jedoch alle vom Potanin-Rivalen und Ölmagnaten Wagit Alekperow betrieben. Durch Umbau der Raketenträger zu Metallfrachtern wäre das Problem zu lösen. 10 000 bis 15 000 Tonnen könnte jedes Atom-U-Boot transportieren.

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