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Atomreaktor für einen Dollar

aus DER SPIEGEL 20/1988

Das für 5,3 Milliarden Dollar erbaute Kernkraftwerk Shoreham auf Long Island (US-Staat New York) soll seinen Besitzer wechseln. Für die symbolische Summe von einem Dollar will der Staat New York das AKW der Stromgesellschaft Long Island Lighting Company (Lilco) abkaufen, um den seit drei Jahren betriebsfertigen aber bisher nicht in Betrieb genommenen Meiler stillzulegen. Die »prinzipielle Übereinkunft« zwischen der New Yorker Staatsregierung und der Lilco beendet einen der heftigsten und längsten AKW-Proteste in den USA. Er war 1979 durch den Harrisburg-Unfall ausgelöst worden; bei einem ähnlichen Zwischenfall, machten die Gegner des 80 Meilen von Manhattan gelegenen AKW geltend, wäre das Leben von zehn Millionen Bürgern des Großraums New York gefährdet. An dem jetzt angebahnten Kompromiß verdient vor allem die bankrottnahe Lilco (SPIEGEL 16/ 1988). Sie muß zwar die Abschaltkosten (400 Millionen Dollar) tragen, erhält aber im Gegenzug massive Steuernachlässe sowie das Recht, zehn Jahre lang die Stromkosten zu erhöhen.

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