Bis 2050 Australien will trotz Bergbau Treibhausgase auf null reduzieren

Lange hatte sich Australien gegen ein festes Datum für die Null-Emissions-Marke gesträubt – nun erklärte die Regierung das Jahr 2050 als Ziel. An Schwerindustrie und Rohstoffabbau hält sie jedoch fest.
Bergbau in Westaustralien (Archivbild)

Bergbau in Westaustralien (Archivbild)

Foto: TIM WIMBORNE/ REUTERS

Noch im August hatte Premier Scott Morrison einen solchen Schritt verweigert. Doch jetzt, kurz vor dem Uno-Klimagipfel in Glasgow, hat Australien erklärt, dass es den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 auf null reduzieren will.

Die Reduktiosziele für 2030 werden jedoch nicht weiter verschärft. Der konservative Morrison sprach sich am Montag zudem für einen Erhalt von Bergbau und Schwerindustrie aus.

Australien hatte sich als einer der wichtigsten Kohle- und Gasexporteure der Welt lange gegen eine Festlegung auf ein festes Datum für das Erreichen der Null-Emissions-Marke gewehrt. Das Land hat eine der höchsten CO₂-Emissionsraten pro Kopf.

»Wir werden uns nicht von anderen belehren lassen, die Australien nicht verstehen«, so Morrison. Auch wolle er nicht das Versprechen brechen, »das wir bei der letzten Wahl gegeben haben, indem wir unsere Emissionsreduktionsziele für 2030 ändern«.

»Wir wollen, dass unsere Schwerindustrien und der Bergbau offen und wettbewerbsfähig bleiben und sich anpassen, damit sie so lange lebensfähig bleiben, wie es die globale Nachfrage erlaubt«, erklärte der Regierungschef.

Die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen bis 2030 gilt Experten zufolge als entscheidend, um rechtzeitig gegen die Klimakrise vorzugehen.

Schwere Dürren, massive Überschwemmungen

Kaum ein anderer Staat hat in den vergangenen Jahren so unter den Folgen der Erderwärmung gelitten wie Australien. Immer wieder kommt es zu schweren Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und Korallenbleichen im Great Barrier Reef. Von August 2019 bis März 2020 verwüsteten verheerende Buschbrände mehr als zwölf Millionen Hektar Land.

In seinem Report der Weltklimarat IPCC im August erklärt, die Menschen müssten sich auf weit mehr Extremwetterereignisse einstellen. Der Bericht zeigt so deutlich wie nie zuvor auf, wie der steigende Treibhausgas-Ausstoß die Erde bedroht (lesen Sie hier eine umfassende Analyse dazu).

Das angestrebte Ziel, die Erwärmung möglichst bei 1,5 Grad über der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, wird nach den Modellrechnungen wahrscheinlich selbst bei den striktesten Klimaschutzmaßnahmen schon in den nächsten 20 Jahren überschritten.

jok/AFP