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HIRNFORSCHUNG Bilder von der Alkoholsucht

aus DER SPIEGEL 32/2001

Manche stürzt schon der Anblick eines Biers in den Rückfall, andere die Vorstellung von Alkohol oder dessen Geruch. Wie das Suchtverlangen bei Alkoholkranken im Hirn verankert ist, konnten Forscher von der Universität Düsseldorf und dem Forschungszentrum Jülich mit Hilfe der funktionellen Kernspintomografie erstmals sichtbar machen. Dafür bedufteten sie Alkoholiker und Gesunde mit verschiedenen Gerüchen, darunter auch alkoholischen. Im Gehirn der Alkoholkranken arbeitete nicht nur das Gedächtnis, sobald sie den Alkohol rochen. Es waren auch Teile der Mandelkerne aktiv, dem Sitz der Emotionen und Triebe im Gehirn. Die Forscher konnten zugleich nachweisen, dass diese suchttypische Verknüpfung zwischen Erinnerung und Emotion im Gehirn nach etwa drei trockenen Wochen deutlich nachlässt. »Das heißt nicht, dass jemand nach drei Wochen geheilt ist«, erläutert Frank Schneider von der Psychiatrischen Uniklinik Düsseldorf, »aber er kann leichter an einer Trinkhalle vorbeigehen.« Die Sucht-Aufnahmen könnten eingesetzt werden, um die Wirksamkeit von Therapien zu vergleichen.

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