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ASTROPHYSIK Blitzgeburt der Riesenplaneten

aus DER SPIEGEL 49/2002

Gasplaneten wie Jupiter oder Saturn entstehen offenbar in weit kürzeren Zeiträumen als gedacht. Bislang gingen die Astrophysiker davon aus, dass sich die Geburt von Riesenplaneten mehr als eine Million Jahre hinziehe; erst nach einem so langen Zeitraum, so die herkömmlichen Modelle, würde die protoplanetare Materiewolke um einen jungen Stern ausreichend stark verklumpen - und dadurch die Keimzellen von Planeten bilden. Astrophysiker von der University of Washington in Seattle stellen diesen langsamen Ablauf jetzt in Frage. Schon nach wenigen Umdrehungen der Wolke um einen neu entstandenen Mutterstern, so haben die Forscher durch verfeinerte mathematische Berechnungen herausgefunden, zweigen sich daraus dichtere Spiralarme ab. In den Spiralarmen verklumpt die Materie dann bereits nach wenigen hundert Jahren zu einem gewaltigen Planetenkern. Mit einer solchen Blitzgeburt im All ließe sich erstmals erklären, warum es so viele Gasplaneten in der Milchstraße gibt - allein seit Mitte der neunziger Jahre wurden über hundert von ihnen entdeckt. Nach den bisherigen Modellen hingegen würden neue Sterne mit ihrer starken Strahlung fast immer die sie umkreisenden Gashüllen auflösen, bevor sich daraus Riesenplaneten formen können.

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