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Archäologie Boot des Pharao

aus DER SPIEGEL 14/1995

Die Frage, ob das 1954 in der Großen Pyramide von Giseh, Grab des Königs Cheops, entdeckte 51 Meter lange Zedernboot auch in der diesseitigen Welt ein brauchbares Wasserfahrzeug oder nur für den Transport des Pharaos im Jenseits gedacht war, hat die Neugier des amerikanischen Ägyptologen Bob Brier geweckt. Nach einer von dem Originalboot in Gizeh angefertigten Blaupause ließen Brier und seine Kollegen von der Long Island University ein etwas über zwei Meter langes maßstabgetreues Modell, einschließlich der zwölf Ruder, anfertigen. Unter verschiedenen Bedingungen, so berichtet jetzt die Zeitschrift Science, zogen sie das Modellboot einige hundert Male durch einen Versuchstank eines Forschungsinstituts. Das Boot zeigte dabei, so Brier, »fabelhafte Eigenschaften im Wasser« und überraschte auch die professionellen Schiffskonstrukteure des Instituts. Zwar sei das Boot wegen seiner niedrigen Bordwände nur für die Flußschiffahrt tauglich gewesen, aber vielleicht, so Brier, »ging es nur auf eine einzige Reise, um den Leichnam des Pharaos zur Bestattung über den Fluß zu schaffen«.

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