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WERBUNG Botschaft auf der Platte

aus DER SPIEGEL 7/1999

Daß PC immer billiger werden, weiß jeder, der sich einen gekauft hat - kein Preis, der nicht bald darauf unterboten würde. In den USA offeriert eine Firma den Heimcomputer nun gar umsonst, allerdings nicht ohne Gegenleistung: Die Kunden von »Free-PC« müssen einen detaillierten Fragebogen über ihre Vorlieben und Interessen ausfüllen und sich bereit erklären, kleine Werbebotschaften auf ihrem Bildschirm zu dulden. Wie es die Firmengründer darstellen, gewinnen alle bei dem Deal: Die Kunden werden nicht von Werbung genervt, die sie anödet, sondern erhalten nur »hilfreiche und interessante« Produkthinweise. Die Werbetreibenden hingegen wissen nicht nur alles über ihre potentiellen Kunden, sie erfahren durch das System auch, welche Anzeige bei wem erfolgreich war, und können gleich eine neue nachschieben. Mindestens zwei Gigabyte Festplattenkapazität reserviert der PC für Werbematerial, das er selbständig per Modem nachlädt, um es seinem Benutzer bei nächster Gelegenheit zu präsentieren. Interessenten für die ersten 10 000 Free-PC-Rechner meldeten sich so zahlreich, daß die Internetseite zur Anmeldung unter dem Ansturm zusammenbrach.

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