Daten aus Brandenburg Fischsterben in der Oder – Messwerte haben sich schon Anfang August stark geändert

Tausende Fische verenden in der Oder, die Ursache ist unklar. Auffällige Metallwerte können im Wasser nicht nachgewiesen werden – doch andere Kennzahlen sind schon am 7. August schlagartig gestiegen.
Toter Zander bei Lebus in Brandenburg (Bild vom 11. August)

Toter Zander bei Lebus in Brandenburg (Bild vom 11. August)

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Winfried Mausolf / IMAGO

Offenbar haben sich die Werte in der Oder bereits am 7. August dramatisch verändert – das lässt sich auf der Webseite des Landesumweltamts Brandenburg  ablesen, wo stets die Ergebnisse der vergangenen 31 Tage angezeigt werden. So schnellten der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert, die Trübung und andere Werte an jenem Tag schlagartig nach oben, während die Menge von Nitrat-Stickstoff deutlich abfiel.

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An der automatischen Messstation Frankfurt (Oder) auf Brandenburger Seite würden regelmäßig Wasserproben entnommen, teilte der Sprecher des Umweltministeriums, Sebastian Arnold, mit. Die Proben werden in einem regelmäßigen Abstand 1,5 Meter unter der Wasseroberfläche genommen und normalerweise auf Werte wie Wassertemperatur, pH-Wert oder Sauerstoffgehalt untersucht. Nun würden die Proben im Landeslabor auf zahlreiche weitere Werte und Giftstoffe untersucht, erläuterte Arnold.

Auf der Suche nach der Ursache für das Fischsterben  in der Oder hat das Brandenburger Landesumweltamt erste Laborergebnisse ausgewertet. Die am Montagabend vom Landeslabor Berlin-Brandenburg in einer ersten Tranche übermittelten Ergebnisse hätten keine besonders hohen Werte für Metalle wie Quecksilber gezeigt, teilte Arnold am Dienstag auf Anfrage mit, wie dpa berichtet. Eine einzelne Ursache für die Umweltkatastrophe lasse sich nicht erkennen.

»Die noch nicht vollständigen und noch nicht umfassenden und abgeschlossenen Untersuchungen zu Nährstoffen lassen bisher keine Hinweise auf eine singuläre Ursache für das Fischsterben in der Oder zu«, heißt es von Sebastian Arnold. »Weiterhin werden hohe Salzfrachten und ein hoher Sauerstoffgehalt festgestellt.« Das Landeslabor untersuche weitere Wasserproben von verschiedenen Tagen und Messpunkten sowie Fische. Die Daten würden fortlaufend übermittelt und bewertet.

Für die Untersuchungen hat die EU-Kommission den Behörden in Deutschland und Polen ihre Unterstützung angeboten. »Wir sind bereit, mit allen Mitteln zu helfen bezüglich Expertise und Informationenaustausch mit anderen Ländern, um Antworten und Lösungen zu finden«, sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag. Man sei mit den Behörden beider Länder in Kontakt.

Fast hundert Tonnen toter Fische in Polen geborgen

Die polnische Feuerwehr hat derweil nach eigenen Angaben bislang fast hundert Tonnen toter Fische aus dem Grenzfluss und dem kleineren Fluss Ner geborgen. Insgesamt seien es 97,95 Tonnen, sagte die Sprecherin der Feuerwehrhauptverwaltung in Warschau. Der Großteil entfalle dabei auf die verendeten Fische aus der Oder.

Der Ner ist ein kleiner Fluss, der südlich von Lodz entspringt und in die Warthe mündet. Er hat keine direkte Verbindung zur Oder. Seit ein paar Tagen sind auch im Ner tote Fische entdeckt worden. Die Ursache für das Fischsterben dort ist unbekannt – ebenso wie für die Naturkatastrophe in der Oder.

Auch in Brandenburg sammelten Helfer die Fischkadaver an der Oder ein. Die verendeten Tiere werden in speziellen Verbrennungsanlagen vernichtet. Über die in Deutschland eingesammelten Mengen gab es noch keine Angaben.

Auch südlich der Hafenstadt Stettin sind mittlerweile nach Angaben polnischer Behörden in Kanälen, die mit der Oder verbunden sind, tote Fische gefunden worden. Dies bedeute, dass sich die verseuchten Wassermassen auf Stettin zubewegten, sagte der Chef der Gebietsadministration für die Woiwodschaft Westpommern, Zbigniew Bogucki, am Dienstag.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, der Ner hätte keine Verbindung zur Oder. Richtig ist, dass der Ner in die Warthe mündet, die wiederum ein Nebenfluss der Oder ist. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

ani/dpa
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