Satellitenbild der Woche Corona bei Nacht

Von der chinesischen Stadt Wuhan ging das Virus Sars-CoV-2 um die Welt. Nachtaufnahmen eines Nasa-Satelliten zeigen, wie das Leben dort schon Ende Januar zum Erliegen kam.
Nachtaufnahme der chinesischen Stadt Wuhan: Von hier aus ging das Coronavirus um die Welt

Nachtaufnahme der chinesischen Stadt Wuhan: Von hier aus ging das Coronavirus um die Welt

Foto: Joshua Stevens/ Ranjay Shrestha/ NASA

Von oben wirkt diese Nachtaufnahme der chinesischen Provinz Hubei geradezu friedlich und unschuldig. Doch die Momentaufnahme des Nasa-Satelliten Suomi NPP  am 19. Januar zeigt den Anfang einer globalen Pandemie-Katastrophe. In der Mitte des Bildes ist die Stadt Wuhan zu sehen, wo das Virus sehr wahrscheinlich zum ersten Mal auf einem Wochenmarkt vom Tier auf den Menschen "übergesprungen" sein soll.

Nur 16 Tage später machte der Wettersatellit bei ähnlich wolkenlosem Himmel eine zweite Aufnahme vom selben Ort. Allein an diesen beiden Bildern  konnte das Team von Wissenschaftlern des Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA und der Universities Space Research Association (USRA) die Anzeichen für den damals ersten "Shutdown" des öffentlichen Lebens in Hubei beobachten.

Nachdem sich Hunderte Menschen infiziert hatten, beschlossen die chinesischen Behörden, das öffentliche Leben herunterzufahren. Flug-, Straßen- und Schienenverkehr wurden eingestellt, um den COVID-19-Ausbruch in der Region mit über 60 Millionen Einwohnern einzudämmen.

Das Gewerbegebiet in Wuhan mit einem Abstand von 16 Tagen fotografiert
Das Gewerbegebiet in Wuhan mit einem Abstand von 16 Tagen fotografiert

Das Gewerbegebiet in Wuhan mit einem Abstand von 16 Tagen fotografiert

Foto: Joshua Stevens/ Ranjay Shrestha/ NASA / Joshua Stevens/ Ranjay Shrestha/ NASA

Das Forschungsteam analysiert mit solchen Nachtaufnahmen den Energieverbrauch, Transportverhalten und Bewegungsmuster von Regionen. Die Bilder wurden zwischen dem 19. Januar und dem 4. Februar 2020 aufgenommen. Zoomt man in die Aufnahmen hinein, sind die Veränderungen sehr deutlich zu sehen: Beispielsweise an den Beleuchtungsänderungen im Bezirk Jianghan (siehe oben), einem Gewerbegebiet von Wuhan.

"Die Lichter bieten eine andere Perspektive auf menschliche Siedlungen. Diese Bilder sagen uns, wann und ob die Straßen genutzt werden", sagte Miguel Román, Direktor des Earth from Space Institute der USRA und Leiter des Forschungsteams "Black Marble". 

Seit mehreren Jahren entwickelt die Gruppe verbesserte Techniken für Nachtaufnahmen. Dazu haben die Forscher nicht nur Wuhan, sondern Städte auf der ganzen Welt untersucht. Dabei geht es normalerweise nicht um einen "Shutdown", sondern darum, wie sie wachsen, sich verändern und wie viel Energie sie verbrauchen.

sug