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Tiere China-Virus gegen Kaninchenpest

aus DER SPIEGEL 4/1995

Ein Virus, das manchen europäischen Kaninchenzüchter in Bedrängnis brachte, wollen australische Behörden jetzt im Kampf gegen die übermäßige Ausbreitung der Kaninchen auf ihrem Kontinent einsetzen. Die einst aus Europa eingeschleppten Tiere haben sich in Australien aberwitzig verbreitet, ihre Gesamtzahl wird derzeit auf 200 bis 300 Millionen geschätzt. Vor allem in Gebieten mit ohnehin spärlicher Vegetation grasen die Kaninchen die Weideflächen von Rindern und Schafen ab, zerstören junge Bäume und Sträucher und tragen zur Erosion des Bodens bei. Von diesem Monat an soll auf der von Kaninchen schon völlig kahlgefressenen Insel Wardang vor der Südküste Australiens auf einem durch mehrere Zäune gesicherten Testgelände das Versuchsprogramm mit dem Calici-Virus gestartet werden. Seit das Virus in China im Jahre 1984 erstmals auftrat, sind ihm in Asien, Europa und Amerika schon einige hundert Millionen Kaninchen zum Opfer gefallen. Das Virus ist hoch infektiös und wird offenbar nur direkt von Tier zu Tier übertragen. Die Versuchstiere in den Kaninchenpferchen auf Wardang werden jeweils mit einem Funkhalsband ausgerüstet, das ein bestimmtes Signal aussendet, wenn das Tier verendet.

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