Zur Raumstation »Tiangong« Chinesische Astronauten sind ins All gestartet

Mit dem »Göttlichen Schiff« sind drei chinesische Astronauten in Richtung der Raumstation »Tiangong« gestartet. Sechs Monate sollen sie im All bleiben – damit gibt es offiziell einen zweiten dauerhaft bewohnten Posten in Erdnähe.
Zhang Lu, Fei Junlong und Deng Qingming (v.l.n.r.): Sechs Monate sollen sie im All bleiben

Zhang Lu, Fei Junlong und Deng Qingming (v.l.n.r.): Sechs Monate sollen sie im All bleiben

Foto: Li Gang / picture alliance/dpa/XinHua

China hat drei Astronauten für eine sechsmonatige Mission zu seiner neu gebauten Raumstation »Tiangong« geschickt – und damit offiziell den Betrieb des zweiten dauerhaft bewohnten Außenpostens in der erdnahen Umlaufbahn nach der von der Nasa geführten Internationalen Raumstation aufgenommen.

Das Raumschiff »Shenzhou-15« – »Göttliches Schiff« – mit den drei Astronauten hob an der Spitze einer Langer-Marsch-2F-Rakete vom Jiuquan Satellite Launch Centre in der Wüste Gobi im Nordwesten Chinas um 16.08 Uhr deutscher Zeit (13.08 Uhr Ortszeit) ab, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Rund neun Minuten nach dem Start erreichte das Schiff den Orbit. Minuten später wurden die Solarmodule entfaltet. Läuft alles nach Plan, soll die »Shenzhou 15« später in einem automatisierten Manöver an die Raumstation andocken.

Die Crew setzt sich aus den Astronauten Fei Junlong, Deng Qingming und Zhang Lu zusammen. Sie sollen für fünf Tage mit ihren Kollegen Chen Dong, Liu Yang und Cai Xuzhe in der gerade fertiggestellten Raumstation leben. Die jetzige Crew soll dann zur Erde zurückkehren. Die neue Besatzung wird rund sechs Monate in der Raumstation bleiben. China will seinen »Himmelspalast« rund zehn Jahre lang betreiben.

Die Station ist für eine Lebensdauer von mindestens einem Jahrzehnt ausgelegt, und die dort lebenden Astronauten sollen über tausend wissenschaftliche Experimente durchführen – von der Untersuchung der Anpassung von Pflanzen im Weltraum bis hin zum Verhalten von Flüssigkeiten in der Schwerelosigkeit.

Für ihre ambitionierten Ziele hat die Volksrepublik Milliardensummen in das Raumfahrtprogramm gesteckt, das vom Militär geleitet wird. Bereits heute betreibt China erfolgreich ein Erkundungsfahrzeug auf dem Mars. Das Land hat Gestein vom Mond geholt und als erste Nation ein Raumschiff auf der erdabgewandten Seite des Erdtrabanten landen lassen.

Und China verfolgt noch weitere ehrgeizige Ziele im All. Bis 2025 soll dafür möglicherweise ein wiederverwendbares Raumschiff zum Einsatz kommen, wie Experten schildern. In den nächsten fünf Jahren sollen Gesteinsproben von den Polarregionen des Mondes zur Erde geholt werden. Auch mit Russland wird an Plänen für eine Forschungsstation auf dem Mond gearbeitet.

ani/dpa/Reuters
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