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Medizintechnik Comeback der »Eisernen Lunge«

aus DER SPIEGEL 22/1996

Die seit den sechziger Jahren aus deutschen Krankenhäusern weitgehend verschwundene »Eiserne Lunge« steht vor einem Comeback: An mehreren deutschen Kliniken, darunter die Medizinische Hochschule Hannover sowie das Berliner Herzzentrum, wird eine moderne Version der einst klobigen Stahlkammer-Beatmungsmaschinen getestet. Das nach seinem Entwickler Zamir Hayek benannte Gerät erzeugt einen Unterdruck, durch den sich Brustkorb und Zwerchfell zum natürlichen Einatmen bewegen lassen. Anders als die historischen Vorläufer erlaubt der »Hayek-Oscillator« dabei auch eine exakte Kontrolle der Atmungsfrequenz. Mit Hilfe eines zuschaltbaren Vibrationsmodus können zudem die Atemwege schleimfrei gehalten werden. Im Gegensatz zu gebräuchlichen Beatmungsmaschinen, die über feine Schläuche Luft in die Lunge pressen, soll selbst ein Dauereinsatz des Geräts nicht zu Lungenschädigungen führen. Die moderne »Eiserne Lunge« wird wie das Brustschild einer Ritterrüstung an den Oberkörper angelegt. Der handliche Panzer aus flexiblem Kunststoff ist in zwölf Größen lieferbar, auch eine Version für Frühgeborene ist im Angebot. Für Patienten mit über 120 Kilogramm Gewicht gibt es bislang noch keine geeignete Ausführung.

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