Uno-Klimakonferenz in Glasgow So ist das 1,5-Grad-Ziel nicht zu schaffen

Die bislang eingereichten Klimapläne zur Emissionsreduktion reichen nicht aus, warnt die Uno. Es drohe ein Temperaturanstieg um 2,7 Grad.
Fabrikschornstein in Finnland (Archivbild)

Fabrikschornstein in Finnland (Archivbild)

Foto: OLIVIER MORIN/ AFP

Wenige Tage vor der Uno-Klimakonferenz in Glasgow warnen die Vereinten Nationen ihre Mitgliedstaaten: Die bislang vorgestellten Pläne zur CO2-Reduktion reichen nicht aus, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. »Wir sind noch nicht einmal in der Nähe, wo die Wissenschaft sagt, dass wir sein sollten«, sagte die Chefin des Uno-Klimasekretariats Patricia Espinosa.

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Zusammengenommen ergäben die vorgelegten Pläne aller 192 Teilnehmerstaaten bis 2030 einen Anstieg der globalen Treibhausgasemissionen um etwa 16 Prozent im Vergleich zu 2010. Damit sei Experten zufolge ein globaler Temperaturanstieg um 2,7 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts absehbar.

In Paris hatten sich 2015 mehr als 190 Staaten auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Um das Ziel zu erreichen, müssten bis Ende dieses Jahrzehnts die Emissionen laut Vereinten Nationen um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 gesenkt werden.

»Destabilisierte Welt« und »endloses Leid«

Zwar hätten zahlreiche Länder ihre Pläne seit einem Bericht im September erneuert oder nachgebessert, der Trend gehe aber nach wie vor in die gleiche Richtung, sagte Espinosa. Sie rief alle Regierungen dazu auf, ihre Anstrengungen deutlich zu verstärken.

»Die Temperaturziele zu verfehlen, wird zu einer destabilisierten Welt und endlosem Leiden führen, besonders bei denjenigen, die am wenigsten zu den Treibhausgasemissionen in der Erdatmosphäre beigetragen haben«, sagte die Chefin des Uno-Klimasekretariats.

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Tatsächlich tragen Menschen in armen Ländern am wenigsten zum Klimawandel bei, leiden häufig aber am stärksten unter den Folgen der Erderwärmung. Um den Umbau der Wirtschaft sowie Anpassungsmaßnahmen in diesen Staaten zu bezahlen, sollen reiche Länder jährlich 100 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) bereitstellen – eigentlich seit 2020.

Diese Summe kommt nun aber offenbar erst in zwei Jahren zusammen. »Wir werden noch nicht 2022 an diesem Ziel sein. Aber 2023 werden wir dieses Ziel erreichen oder sogar übersteigen«, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Montag bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Vertretern aus Kanada und Großbritannien.

CO2-Höchststand in der Atmosphäre

Laut einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) war seit Beginn der Industrialisierung noch nie so viel Kohlendioxid in der Atmosphäre wie im vergangenen Jahr. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sei sogar noch höher ausgefallen als die durchschnittliche Zunahme in den vergangenen zehn Jahren, heißt es in einem neuen Bericht.

Die COP26 genannte Klimakonferenz beginnt am kommenden Sonntag in Schottland. Bei der Konferenz wollen etwa 200 Länder verhandeln, wie das 2015 in Paris formulierte Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht werden kann. Der britische Premierminister Boris Johnson als Gastgeber hatte sich zuletzt skeptisch zu den Erwartungen an das Treffen geäußert.

fww/dpa
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