Versorgungsprobleme beim Klimagipfel Das Wasser wird knapp, dafür gibt’s Cola

Aus vielen Wasserspendern kommt nichts mehr, klagen Delegierte bei der Weltklimakonferenz. Dafür füllt der umstrittene Sponsor Coca-Cola die Kühlschränke auf.
Wasserspender (Symbolbild): Bereits am Montagabend hätten die Konferenzteilnehmer an vielen der Wasserspender keinen Nachschub mehr bekommen

Wasserspender (Symbolbild): Bereits am Montagabend hätten die Konferenzteilnehmer an vielen der Wasserspender keinen Nachschub mehr bekommen

Foto: Arman Zhenikeyev / iStockphoto / Getty Images
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Anfang November trifft sich die Staatengemeinschaft im ägyptischen Scharm al-Scheich zur 27. Uno-Klimakonferenz, der COP27. Lesen Sie hier alle Artikel zum Gipfel.

Wasser ist in der Wüstenlandschaft der Sinai-Halbinsel knapp – und auch in anderen Landesteilen Ägyptens nimmt das Problem im Zuge des Klimawandels zu. Nun fehlt in den ersten Tagen der Weltklimakonferenz in Scharm al-Scheich Wasser: Bereits am Montagabend hätten die Konferenzteilnehmer an vielen der Wasserspender keinen Nachschub mehr bekommen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. SPIEGEL-Reporter, die vor Ort sind, bestätigen den Wassermangel auf der Konferenz.

Am Dienstag sei von den Organisatoren nachgefüllt worden, doch am Mittwoch seien schon wieder viele Gratis-Wasserspender leer gewesen, berichtet AFP weiter. An den Imbissständen seien den Angaben zufolge derweil die Kühlschränke mit Limonaden des Getränkeriesen Coca-Cola aufgefüllt worden. Der US-Konzern gehört zum Unmut vieler Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten zu den Sponsoren der diesjährigen Weltklimakonferenz. Umweltschützerinnen und Umweltschützer werfen dem Unternehmen schon lange vor, etwa massiv zur Plastikverschmutzung weltweit beizutragen.

Auch beim Essen offenbar knappes Angebot

Auch über ein knappes Angebot an Snacks bei den Essensständen und lange Schlangen an den Imbissständen klagen Teilnehmer den Angaben zufolge. »Die Essensversorgung ist katastrophal«, sagte eine NGO-Vertreterin, die schon seit 15 Jahren an Weltklimakonferenzen teilnimmt, wie AFP berichtet.

Die NGO-Vertreterin sagte außerdem, weil sie zudem keine Zeit habe, an den Essensständen auf dem Konferenzgelände so lange Schlange zu stehen, schmiere sie sich »jeden Tag beim Frühstücksbüfett im Hotel heimlich Brote«. Für die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Entwicklungsländern seien die COP27-Preise – zum Beispiel umgerechnet gut zehn Euro für ein Sandwich – überdies viel zu hoch.

»Die Lebensmittel- und Wassersituation an Tag vier der #Cop27 verbessert sich nicht wirklich«, schreibt Patrick Greenfield, Reporter beim »Guardian«, auf Twitter. »Es scheint, als ob die Delegierten Wasser und Coca-Cola-Flaschen aus den Kisten nehmen, die für die Auffüllung von Cafés und Restaurants gedacht sind.«

ani/AFP

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