Coronastatistik Kölner Inzidenz steigt nach Karneval steil an

Eine Woche nach dem Kölner Karneval klettert die Coronainzidenz rapide. Vor allem junge Erwachsene sind besonders betroffen. Gesundheitsminister Lauterbach forderte, den »Karnevalseffekt« weiter zu beobachten.
Jecken und Jeckinnen auf dem Alter Markt an Weiberfastnacht

Jecken und Jeckinnen auf dem Alter Markt an Weiberfastnacht

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Die Karnevalsfeiern haben sich erkennbar auf das Infektionsgeschehen in Köln ausgewirkt. Eine Woche nach dem Ende des Karnevals verzeichnet die Stadt die höchste Coronainzidenz in ganz Nordrhein-Westfalen. Zudem hat das Landeszentrum (LGZ) am Sonntag einen Wert von 2.018,7 gemeldet. Zum Vergleich: Noch vor einer Woche lag der Wert bei 1.073,8. Während sich die Inzidenz in Köln nahezu verdoppelt hat, liegt sie in ganz Nordrhein-Westfalen auf etwa gleichem Niveau. Zuerst hatte das Nachrichtenportal »t-online« darüber berichtet.

Allein am Donnerstag waren laut LZG 6.648 neue laborbestätigte Fälle gemeldet – so viele wie an keinem anderen Tag zuvor.

Auch Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Kölner Uniklinik, sieht einen Karnevalseffekt. »Um das zu verstehen, muss man kein Wissenschaftler sein. Der Zusammenhang erscheint absolut eindeutig«, sagte er dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Für den weiteren Verlauf der Pandemie mache ihm der Karnevalseffekt derzeit aber keine sehr großen Sorgen. Der Effekt sei zu erwarten gewesen. Hallek bat die Kölnerinnen und Kölner, die Karneval gefeiert haben: »Bitte denken Sie daran, ein paar Tage mit Besuchen bei vulnerablen Freunden oder Angehörigen zu warten oder sich zu testen.«

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20- bis 29-Jährige besonders betroffen

Besonders ausgeprägt ist der Anstieg der Fälle in der Altersklasse der 20- bis 29-Jährigen. In dieser Gruppe liegt die Inzidenz laut LZG bei 4.336,6. Vor einer Woche hatte der Wert hier noch bei 1.387,1 gelegen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach forderte, weiter zu beobachten, wie sich der Karneval ausgewirkt habe. »Definitiv zeigt sich, wie schnell die Zahlen bei vielen Kontakten steigen«, sagt Lauterbach dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. »Nach wie vor haben wir 200 Todesfälle am Tag. Und wir haben viele Patienten, die für immer bleibende Schäden behalten werden. Es ist leider noch nicht vorbei. Ich warne vor einem komplett unvorsichtigen Verhalten.«

Die Stadt Köln beurteilt die Zahlen deutlich zurückhaltender. So könne der Anstieg ein Anzeichen für häufigere Ansteckungen im Zusammenhang mit Karneval sein. »Eine ursächliche Erklärung des Inzidenzanstiegs durch den Karneval ist aber nicht sicher beurteilbar, auch aufgrund der inzwischen erheblich zurückgefahrenen Kontaktnachverfolgung«, teilte die Stadt gegenüber der Zeitung mit. Zudem verweist die Stadt auf ein erhöhtes Testaufkommen rund um die Karnevalstage.

hej

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