Corona-Lockdown Leopoldina-Forscher halten Schulöffnungen in Teilen für möglich

In den nächsten Wochen könnte der Unterricht wieder anlaufen - zunächst aber nur für ältere Schüler: Laut SPIEGEL-Informationen erwägen Forscher der Leopoldina eine schrittweise Öffnung der Schulen.
Abiturprüfungen in Hannover 2015

Abiturprüfungen in Hannover 2015

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina könnte am Montag in einer weiteren Stellungnahme Vorschläge präsentieren, wie der Corona-Shutdown in Deutschland gelockert werden kann. Wie der SPIEGEL berichtet, wird es dabei voraussichtlich auch um eine schrittweise Öffnung der Schulen gehen.

So könnten nach Vorstellung der Forscher in den nächsten Wochen die ersten Schüler wieder den Unterricht besuchen. Die Öffnung solle sich zunächst auf die Älteren beschränken, weil man ihnen zutraut, vernünftig mit Schutzmasken umzugehen und den nötigen Abstand zu halten. "Kindergartenkinder können das nicht", sagt ein Leopoldina-Forscher in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. Deshalb sollten die Kleinsten nach Ansicht der Wissenschaftler erst mal zu Hause bleiben.

DER SPIEGEL 16/2020
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Die Stellungnahme der Leopoldina ist eine wichtige Grundlage für die Bundesregierung bei der Frage, welche Lockerungen nach den Osterferien möglich sind. Dazu beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch.

Eine Öffnung von weiteren Geschäften hängt nach Ansicht der Leopoldina-Forscher maßgeblich davon ab, wie viele Schutzmasken verfügbar sind. Nur mit ausreichend Infektionsschutz könne die Rückkehr ins normale Leben gelingen. "Die Maske muss zum sozialen Standard werden", sagt der Forscher der Leopoldina im SPIEGEL. "Es muss das neue Cool und Chic sein." Auch für eine Ausweitung der Covid-19-Tests sprechen sich die Forscher aus.

Zugleich warnt die Bundesregierung vor zu großen Erwartungen. Keinesfalls dürfe man für die Woche nach Ostern einen "Befreiungsschlag" erwarten, sagt ein Kabinettsmitglied dem SPIEGEL. Man rede allenfalls über "kleine Päckchen", mit denen die Lockerung beginne.

Man prüfe zurzeit für einzelne Branchen, unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten. "Ich kann mir zum Beispiel vorstellen", so das Regierungsmitglied, "dass Friseurläden mit ausreichend Infektionsschutz und einer begrenzten Kundenzahl im Geschäftsraum bald wieder aufmachen dürfen."

kno/gt
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