Neue Untervariante Delta-Mutation AY.3 beunruhigt Wissenschaftler

Eine weitere Delta-Variante breitet sich im Süden der USA aus. Auch Großbritannien und Israel verzeichnen Infektionen mit der neuen Mutation. Karl Lauterbach mutmaßt, sie könnte »noch ansteckender als die Delta-Variante sein«.
In den USA steigt die Zahl der Coronainfektionen mit der Delta-Untervariante AY.3

In den USA steigt die Zahl der Coronainfektionen mit der Delta-Untervariante AY.3

Foto: JEENAH MOON / REUTERS

Corona-Forscher in mehreren Ländern warnen vor einer weiteren Mutation des Virus. »AY.3« ist eine Untervariante von Delta und breitet sich in Großbritannien, den USA und Israel seit einigen Wochen aus. Noch sind die Fallzahlen gering und eine genaue Risikoeinschätzung nicht möglich, aber die vorliegenden Daten deuten Wissenschaftlern zufolge auf eine abermals gestiegene Ansteckungsgefahr hin.

»Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante seit einer Weile«, warnte Christina Pagel, Professorin am University College London, auf Twitter.

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In Teilen Englands steige der Anteil von AY.3 an den Coronainfektionen auf noch niedrigem Niveau an. Es sei denkbar, aber nicht sicher, dass die Variante die ursprüngliche Delta-Mutation verdrängen werde. Darauf deuteten Daten aus dem Osten des Landes hin.

Während in Großbritannien die neue Variante die Gesamtzahl der Neuinfektionen mit Covid-19 noch kaum beeinflusse, sei das in einigen südlichen Bundesstaaten der USA bereits anders, so Pagel weiter. In Missouri und Mississippi liegt der Anteil von AY.3 an den Infektionen bereits bei 43 und 45 Prozent, wie Daten der US-Seuchenschutzbehörde CDC zeigen. Es sei zwar noch früh, und es gebe bislang keinen Nachweis für die erhöhte Ansteckungsgefahr, »aber wir haben das schon einmal gesehen, und wir sollten anfangen, uns vorzubereiten«, schreibt Pagel.

In Israel teilte das Gesundheitsministerium mit, dass AY.3 bereits im Land sei und vermutlich aus den USA eingeschleppt wurde. »Es sieht sehr, sehr virulent aus, was die Infektionsrate angeht, und es sieht so aus, als ob sie eine relative Resistenz gegen den Impfstoff entwickelt«, sagte Asher Shalmon, Leiter des Referats für Internationale Beziehungen, vor einem Ausschuss des Parlaments. »Diese Variante könnte ein Wendepunkt sein und uns in die Abriegelung treiben, die wir so sehr zu vermeiden versuchen«, warnte Shalmon laut der Zeitung »Haaretz«.

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Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schrieb auf Twitter, die neue Sars-CoV-2-Variante scheine »noch ansteckender als die Delta-Variante zu sein«. Das erinnere daran, »wie wichtig der schnelle Impferfolg ist. Es wird auf jeden Fall noch gefährlichere Varianten als Delta geben.«

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die Delta-Mutation und ihre Untervarianten zu den aktuell vier besonders besorgniserregenden Versionen des Coronavirus: Alpha tauchte zuerst in Großbritannien auf, Beta in Südafrika, Gamma in Brasilien und Delta in Indien.

fww
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